WIRTSCHAFT
10/10/2018 06:57 CEST | Aktualisiert 10/10/2018 08:36 CEST

IWF-Finanz-Report: Sogar Uganda schneidet besser ab als Deutschland

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JOHN MACDOUGALL via Getty Images
Finanzminister Olaf Scholz steht im Dunkeln.

► Wie reich ist Deutschland? Der Rekordüberschuss und die gute Konjunktur suggerieren eine erfreuliche Antwort. Doch ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) kommt zu einem ernüchternden Fazit.

► Denn der IWF berechnet mit einer neuen Methode auch, wie groß die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung und auf der anderen Seite deren Besitz sind. Das Ergebnis: Deutschland lebt über seine Verhältnisse.

► Die “Welt” berichtet: Das Netto-Vermögen des deutschen Staates liegt demnach im negativen Bereich. Sogar bei Berücksichtigung allen Besitzes sei die öffentliche Hand mit 19,5 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldet.

► Deutschland sei damit unter den schwächsten sieben Staaten der Erhebung – noch hinter Uganda oder Kenia. Am Schlechtesten schneidet Portugal ab.

Davor warnt der IWF:

Tobias Adrian, Direktor für Geld- und Kapitalmärkte beim IWF, erklärte am Mittwoch, ein großes Problem auch für Industrieländer sei der hohe Schuldenstand, vor allem außerhalb des Bankensektors.

“Das Niveau an Schulden, die Haushalte, Unternehmen und Staaten halten, ist hoch und es steigt weiter.” Gemeinsam wiesen 29 Länder mit großen Finanzsektoren einen Schuldenstand von 250 Prozent ihres zusammengerechneten Bruttoinlandsproduktes auf.

Adrian rief die Entwicklungs- und Schwellenländer dazu auf, finanzielle Puffer gegen aufkommende Risiken zu bilden. Das größte seien der starke Dollar und die schnell anziehenden Zinsen in den USA, die zu Kapitalabflüssen aus Schwellenländern führen könnten.

Mit Material der dpa.