POLITIK
27/02/2018 12:29 CET | Aktualisiert 27/02/2018 12:34 CET

Mit Aussage über ihren Vater zeigt Ivanka Trump, wie verdorben ihre Familie ist

Verwandtschaft statt Verantwortung.

Screenshot
Ivanka Trump sprach mit der Sendung "Today" über die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen ihren Vater. 
  • In einem Interview soll Ivanka Trump Stellung zu den Belästigungsvorwürfen gegen ihren Vater nehmen
  • Die Tochter des Präsidenten beschwert sich über die Frage – und hat damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst

Mindestens 20 Frauen werfen Donald Trump vor, sich an ihnen vergangen zu haben. Die Anschuldigungen reichen von sexuellen Übergriffen bis hin zu Vergewaltigungen

Hinzu kommt Trumps öffentlich sexistisches Verhalten. Die Art, wie er über Frauen spricht, ist herablassend bis belästigend. Die Frauenfeindlichkeit ihres Präsidenten ist ein Thema, das viele Menschen in den USA bewegt. 

Am Montag sollte sich nun Donald Trumps Tochter Ivanka – eine selbsterklärte Feministin – zu den Vorwürfen in einem Interview mit dem Sender NBC News äußern. 

Trump kanzelte die Frage als “unangebracht” ab – und hat sich damit zum Ziel wütender Kritik gemacht. 

Ivanka Trump windet sich aus der Verantwortung

NBC-Moderator hatte Trump gefragt, ob sie den Frauen glaube, die ihren Vater belasten. 

“Ich finde es sehr unangebracht, eine Tochter zu fragen, ob sie den Anschuldigungen gegen ihren Vater glaubt”, echauffierte sich die First Daughter. “Er hat deutlich gesagt, dass an diesen Geschichten nichts wahr ist.” 

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump das sexistische Verhalten ihres Vater in Schutz nimmt. So bezeichnete sie den US-Präsidenten einmal als den “größten Fürsprecher von Frauen”

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► Doch in den USA ist die Empörung nicht nur wegen Trumps Verteidigung des sexistischen Verhaltens ihres Vaters groß.

Viele Kommentatoren stören sich vor allem daran, wie die First Daughter mit der ihr gestellten Frage umgeht. 

“Netter Versuch, Ivanka”, schreibt die Nachrichtenseite “Politico”. “Dürfen sich Töchter von Präsidenten wirklich erlauben, nicht auf solche Fragen zu antworten? Auf keinen Fall!” 

Der pure Nepotismus

Denn “Politico” stellt zu Recht fest: Donald Trump ist nicht nur Ivankas Vater – er ist auch ihr Chef im Weißen Haus. Ivanka Trump hat in der US-Regierung einen hohen – und oft hinterfragten – Beraterposten inne. 

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► Doch Trump sieht sich nicht als Beraterin des US-Präsidenten. 

Selbst als erwachsene Frau entzieht sie sich ihrer Verantwortung und gibt lieber die unschuldige Tochter.

Im Interview mit NBC sagt Trump: “Ich glaube meinem Vater, ich kenne meinen Vater, ich denke, dass ich das Recht habe, meinem Vater zu glauben.” 

“Politico” findet dieses Argument scheinheilig: “Wenn Ivanka Trump keine unangenehmen Fragen zu ihrem Vater beantworten will, dann gibt es dafür eine leichte Lösung: Sie muss sich aus ihrem politischen Amt zurückziehen.” 

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Ein Amt, das die Tochter des US-Präsidenten ohnehin nur innehat, weil sie eben die Tochter des US-Präsidenten ist. Dieser schart seine Familie wie einen Herrschaftsclan um sich – ohne Rücksicht auf politische Eignung oder das Image der Vereinigten Staaten. 

► Und so ist Ivanka Trump politisch bisher auch absolut nicht in Erscheinung getreten

Der Sender CNN hat deshalb eine klare Meinung zu Ivanka Trump, dem Sexismus ihres Vaters und den ihrer Meinung nach “unangebrachten Fragen”. Dort heißt es: “Diese Antwort Ivankas ist genau der Grund, warum es Gesetze gegen Nepotismus gibt.”