POLITIK
11/06/2018 13:07 CEST | Aktualisiert 11/06/2018 13:51 CEST

Italien: Innenminister droht deutschen Flüchtlingsrettern mit Blockade

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Tony Gentile / Reuters
Flüchtlinge an Bord der "Aquarius".

► Der neue italienische Innenminister Matteo Salvini hat einem weiterem Flüchtlingsboot mit einer Hafensperre gedroht.

► Auf Facebook schrieb der Politiker der rechtspopulistischen Lega, das Schiff “Sea Watch 3” warte darauf, “die zigste Ladung Einwanderer nach Italien zu bringen”. Aber sein Land sage nun “Nein”.

► Die “Sea Watch 3” gehört zum Verein Sea Watch aus Berlin und nimmt Migranten in Seenot auf und bringt dieser normalerweise nach Sizilien.

Darum ist die Blockade von Salvini bemerkenswert:

Salvini ist erst einige Tage im Amt und greift bereits mit harter Hand gegen Flüchtlinge durch. Italien fühlt sich von der EU im Stich gelassen, Salvini geht es nun um eine Machtdemonstration.

Derzeit sinkt die Zahl der ankommenden Flüchtlinge, doch die populistische Regierung will sie weiter senken.  

Am Sonntag hatte Salvini italienische Häfen für das Schiff “Aquarius” mit 629 Menschen an Bord gesperrt und nahm Malta in die Pflicht. Doch auch der Inselstaat weigerte sich, die “Aquarius” konnte nicht anlegen. 

Was ihr noch über die “Sea Watch 3” wissen müsst:

Derzeit habe die “Sea Watch 3” keine Flüchtlinge an Bord, teilte der Verein auf Anfrage des “Spiegels” mit. Daher sei die Lage nicht akut. 

“Allerdings kann sich das ändern, wenn wir in Rettungseinsätze eingebunden werden, sagte ein Sprecher dem Nachrichten-Portal.

(jg)