POLITIK
04/01/2019 12:31 CET | Aktualisiert 04/01/2019 16:37 CET

Islam: Frauen wollen Kopftuch zelebrieren – es geht nach hinten los

"Wir sind nicht frei. Wir hassen es."

Michael Lloyd via Getty Images
In vielen arabischen Ländern ist das Tragen eines Kopftuchs oder einer anderen Verschleierung für Frauen Pflicht. 
  • Twitter-Nutzerinnen wollten auf dem Kurznachrichtendienst Werbung für das Kopftuch machen. 
  • Sie ernteten heftigen Widerspruch von anderen Musliminnen. 

Das ging nach hinten los.

Bei Twitter haben Befürworterinnen des Kopftuchs versucht, mit dem Hashtag #FreeInHijab die in konservativen islamischen Kreisen übliche Verhüllung zu zelebrieren.

Doch schnell kaperten Musliminnen den Hashtag, die in ihren Heimat- und Herkunftsländern zum Tragen eines Kopftuchs oder anderer Formen der Verhüllung gezwungen werden.

Sie machten deutlich: Für uns ist das Kopftuch alles andere als eine freie Entscheidung.

“Wir sind nicht frei, wir hassen es”

Eine Nutzerin schrieb so etwa: “Meine Mutter zwang mich, ein Hijab zu tragen, indem sie mir mit dem Höllenfeuer drohte. Mein Bruder drohte mir, er würde mich zurück nach Saudi-Arabien schicken, wenn ich es jemals abnehmen würde. Jetzt bin ich endlich frei.”

“Es war nicht meine Entscheidung, ich wurde gezwungen und wenn ich es nicht trage, werde ich getötet”, schrieb eine andere Betroffene.

Eine weitere Nutzerin postete ein Foto mit der Unterschrift: “Ich bin nicht #FreeInHijab. Hört auf, Unterdrückung zu etwas Gutem zu machen!”

Besonders Accounts aus Saudi-Arabien wehrten sich gegen die Propagierung der Verhüllung. Hier ist die Verschleierung von Frauen in der Öffentlichkeit Pflicht.

Lesenswert: Hartz-IV-Empfängerin: “Die Erhöhung des Satzes um 8 Euro ist peinlich”

Viele saudische Frauen schrieben daher: “Wir sind nicht frei, es zu tragen. Wir hassen es!”

(ll)