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24/06/2018 13:32 CEST | Aktualisiert 26/06/2018 11:44 CEST

Brisantes Interview: Ex-Tennis-Star Boris Becker drückt auf die Tränendrüse

"Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun."

Neil Hall / Reuters
Seit 2017 ist bekannnt, dass Boris Becker mit Schulden kämpft.
  • Boris Becker hat ein Insolvenzverfahren in England am Hals.
  • Seine Pokale will der Tennisstar dennoch nicht hergeben – warum, erklärt er in einem emotionsgeladenen Interview.

Sechs Grand-Slam-Turniersiege, drei Mal davon Wimbledon. Seit den 1980ern war der Tennisstar Boris Becker 20 Jahre lang die sportliche Ikone einer ganzen Generation. 

Ruhm, Glanz, Bewunderung – viel ist davon inzwischen nicht mehr übrig.

2002 wird Becker wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Und 2017 wird bekannt, dass sein ehemaliger Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven 36,5 Millionen Euro von ihm fordert.

Im Juni erklärte ein Londoner Gericht Becker dann für zahlungsunfähig. Im November 2017 sagte der Ex-Tennisstar noch: “Es ist irrsinnig zu glauben, ich sei pleite.“

Die vermeintliche Versteigerung seiner Trophäen versteht der Ex-Tennisstar als persönlichen Angriff

Auch wenn es seit Monaten ein Hin und Her über die Höhe Beckers Schulden gibt, steht fest: In England läuft ein Insolvenzverfahren gegen ihn.

► Doch jetzt will er die Versteigerung seiner Trophäen und persönlichen Gegenstände so schnell wie möglich beenden.

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“Nächste Woche werden meine Anwälte in England eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Versteigerung zu stoppen”, sagte der 50-Jährige der “Bild am Sonntag” (BamS).

► Dann wird Becker emotional.

“Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge.”

Mit ganz viel Glück und einem echten Fan als Käufer brächten diese Gegenstände zusammen vielleicht 100.000 Euro. “Das ist aber nichts verglichen mit der geforderten Summe.”

Eigentlich hätte das Insolvenzverfahren jetzt auslaufen sollen

Am 28. Juni läuft eine Online-Auktion aus, bei der die Objekte versteigert werden. Darunter sind mehr als 80 persönliche Gegenstände des ehemaligen Tennisstars, unter anderem eine Goldene Kamera, ein Bambi sowie eine Replik des Wimbledon-Pokals.

Eigentlich hätte das Insolvenzverfahren gegen den Tennisstar vergangene Woche auslaufen sollen, Becker wäre schuldenfrei gewesen. Doch das Verfahren wurde bis Ende Juli verlängert.

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Becker hatte bereits vergangene Woche gesagt, er habe bei Schulden von 3,9 Millionen Euro Vermögenswerte in Höhe von rund 5,1 Millionen Euro hinterlegt.

Grund für die Verlängerung sei, dass der Hauptgläubiger, eine englische Privatbank, aufgrund von Zinsen eine weit höhere Summe von Becker fordere.

Becker bezeichnet sich als friedlich – außer wenn er provoziert werde

► Zum Abschluss des Interviews probierte es Becker dann noch mit ein wenig Selbstreflexion.

Er bezeichne sich selbst als friedvollen Menschen, sagt Becker. “Aber wer mich provoziert, wer mich oder meine Familie angreift, mit dem kämpfe ich.”

Sein Leben sei immer schon extrem gewesen, auf allen Ebenen: “Wenn es regnet, gibt’s bei Boris Becker Hurrikan. Und wenn die Sonne scheint, habe ich Kaiserwetter.” Er schlafe aber trotzdem noch gut.

Immerhin.

Mit Material der dpa.

(jg)