POLITIK
04/07/2018 13:08 CEST | Aktualisiert 04/07/2018 14:04 CEST

Iran-Minister warnt Europa: "1 Million Flüchtlinge könnten kommen"

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ATTA KENARE via Getty Images
Irans Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli sprach am Dienstag in Teheran über die Flüchtlingspolitik seines Landes.

Irans Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli hat am Dienstag bei einer Pressekonferenz eine Warnung an Europa bezüglich der globalen Flüchtlingspolitik ausgesprochen. 

► “Wenn wir unsere Augen nur für 24 Stunden schließen würden, dann würden sich eine Million Flüchtlinge aus dem Iran nach Europa aufmachen”, sagte Fazli laut der “Teheran Times”.

Was bedeutet Fazils Drohung gegen Europa? 

Fazli wollte mit seiner Äußerung wohl ausdrücken, dass der Iran einen wichtigen Beitrag leiste, um Menschen ein Leben zu bieten, das sie nicht an Flucht denken lasse. Er warf Europa und den USA vor, dies nicht zu tun. 

“Wir respektieren Menschenleben”, sagte Fazli. Der Westen tue das nicht. 

Tatsächlich ist Fazils Aussage über Flüchtlinge auch eine Drohung, wie sie schon der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor dem EU-Türkei-Deal gegen Europa ausgesprochen hat.

Die Botschaft des iranischen Ministers an die EU: Verärgert uns nicht, oder wir schicken euch eine neue Vielzahl an Flüchtlingen.

Die Aussage ist vor allem vor dem Hintergrund der Diskussionen um den Atomdeal mit dem Iran interessant. Die USA haben ihn aufgekündigt und Donald Trump macht Druck auf Europa, einen neuen Deal mit dem Iran auszuhandeln. Der Iran will an dem aktuellen Deal festhalten. 

Wie viele Flüchtlinge beherbergt der Iran? 

Laut dem UNHCR, der Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, leben im Iran zur Zeit knapp eine Millionen Flüchtlinge. Der allergrößte Teil von ihnen kommt aus Afghanistan, einige Zehntausend kommen aus dem Irak. 

Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Syrien hat das Land nicht aufgenommen. Allerdings leben laut dem UNHCR auch 225.000 Binnenflüchtlinge im Iran. 

(ben)