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13/03/2018 20:34 CET | Aktualisiert 13/03/2018 20:34 CET

Iran: Bürgerproteste und Verhaftung von Stahlarbeitern

Aufruf zu unverzüglicher, bedingungsloser Freilassung der verhafteten Arbeiter / Deutsche Gewerkschaften sollen sich für iranische Kollegen einsetzen

Der iranische Widerstand verurteilt die Verhaftung von Arbeitern des Stahlunternehmens von südwestiranischer Provinzhauptstadt Ahvaz; er fordert die Öffentlichkeit, besonders die Jugend und die Arbeiter von Provinz Khuzestan auf, sich mit den Streikenden zu solidarisieren und die Angehörigen der Verhafteten zu unterstützen. Er fordert alle internationalen Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften auf, die repressive, arbeiterfeindliche Politik des religiösen Regimes zu verurteilen und Maßnahmen zu sofortiger, bedingungsloser Freilassung der Verhafteten zu ergreifen.

In der Nacht von Donnerstag, dem 1. März verhafteten die Sicherheitskräfte mindestens 10 streikende Arbeiter von „Ahvaz-Stahlwerken“ bei einer Razzia in ihren Wohnungen. Diese repressive Maßnahme ereignete sich am 10. Tag des Streiks von mehr als 300 Arbeitern in Ahvaz, zu dem tägliche Versammlungen vor dem Amtssitz des Gouverneurs gehören.

Nach dem Beginn der Streiks von Arbeitern machte das religiöse Oberhaupt des Landes Khamenei am 26. Februar die Feinde für sie verantwortlich. Er sagte: „Eines der wichtigsten Ziele unserer Feinde besteht darin, eine Rezession hervorzurufen, durch einen Stillstand der Arbeit besonders in großen Industrie-Komplexen, und die Arbeiter zu solchem Stillstand zu zwingen.“

Am Freitag, den 2. März beabsichtigten streikende Stahlarbeiter, an dem Freitagsgebet in Ahvaz teilzunehmen, um gegen die Verhaftung ihrer Kollegen zu protestieren; doch Polizeibeamte hinderten sie daran. Folglich versammelten sie sich vor der Mosalla. Unverzüglich kamen motorisierte Einheiten der Polizei, um sie zu zerstreuen. Die Arbeiter skandierten: „Imam des Freitagsgebetes, hören Sie, wir sind Arbeiter, wir sind kein Mob!“

Abdolreza Mousavi, der Eigentümer von „Ahvaz-Stahlwerken“, gehört zu den gewaltigen Plünderern der Regierung; ihm gehören die „Zagros-Luftfahrtlinie“, der „Esteghlal“-Sportclub von Khuzestan und das „Große Darius-Hotel“ auf der Insel Kish. Er verweigert seinen Arbeitern ihre Löhne; zugleich bestellte er kürzlich 28 Flugzeuge vom Typ „Airbus“ (staatliche Nachrichtenagentur IRNA am 22. Juni 2017).

Das religiöse Regime gibt sich der Auffassung hin, es könne mit solchen Verhaftungen den Willen der Arbeiter brechen – den Willen jener Arbeiter, die entschlossen sind, die Rechte, die ihnen 40 Jahre lang vorenthalten wurden, zurückzuerobern. Das korrupte, bankerotte Regime der Mullahs ist der erste, entscheidende Faktor der wirtschaftlichen Probleme des Volkes und seiner schwierigen Lebenshaltung; die Situation wird immer schlimmer, je länger das Regime an der Macht bleibt.

Gewerkschaften wie IG-Metall sollen sich für ihre iranischen Kollegen einsetzen.