ELTERN
30/04/2018 14:42 CEST | Aktualisiert 30/04/2018 16:41 CEST

Indien: In dem Körper dieses Babys steckt ein erwachsener Mann fest

Er ist schon 23 Jahre alt.

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Manpreet wächst seit seinem ersten Lebensjahr nicht mehr. 
  • Der 23-Jährige Manpreet aus Indien steckt im Körper eines 1-Jährigen fest.
  • Ärzte vermuten, dass der Inder an einem seltenen Gendefekt leidet.

Wenn der vermeintlich 23-jährige Manpreet Singh aus Indien Hilfe braucht, dann muss er auf sich aufmerksam machen – entweder durch Schreien, Weinen oder Lachen. 

Andere Optionen hat er nicht, denn der junge Mann steckt im Körper eines einjährigen Babys fest. Um genau zu sein: In knapp 60 Zentimetern Höhe und fünf Kilogramm Gewicht.

Manpreet konnte noch nie sprechen oder laufen

Als Manpreet 1995 in Mansa, Nordindien, geboren wurde, sei er völlig gesund gewesen, berichtet das Nachrichtenportal “The Sun”. Doch mit nur einem Jahr, bevor Manpreet überhaupt sprechen oder laufen konnte, habe er aufgehört zu wachsen. 

Ärzte hätten Manpreets Vater, Jagtar Singh, gesagt, dass sein kleiner Junge wieder weiter wachsen würde – doch darauf warte die Familie schon seit 22 Jahren. Eine hormonelle Störung könne der Grund dafür sein, dass das indische Kind so klein geblieben sei, vermutete Mediziner, wie es in dem Bericht weiter lautet.

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Doch seien auch Ärzte erstaunt über Manpreets Zustand, da der Junge selbst zwei völlig gesunde und psychisch sowie körperlich normal entwickelte Geschwister habe. 

“Wir lieben dieses Freudenbündel sehr”

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“Er ist ein entzückendes Kind und zeigt mit seinen Handgesten unseren Gästen, sich hinzusetzen und versucht sich mit ihnen anzufreunden.”

Da Manpreets Vater ein Farmer sei, der nur wenig Zeit habe und zu wenig verdienen würde, um für die medizinische Versorgung seines Sohnes aufzukommen, habe er sein Kind dessen Tante und Onkel übergeben. Seitdem lebe der 23-Jährige im 112 Kilometer entfernten Hisar, im Nordwesten Indiens. 

Abgesehen von der finanziellen Bürde, würde Manpreet einen 24–Stunden–Job für seine Erziehungsberechtigten darstellen. Er müsse rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Doch seine Tante und sein Onkel, Lakhwinder Kaur und Karanvir Singh, würden den kleinen Mann vergöttern. 

“Wir lieben dieses kleine Freudenbündel so sehr, dass alleine der Gedanke, ihn gehenzulassen, mein Herz schwer macht”, sagte Lakhwinder Kaur laut Nachrichtenportal. 

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Für die beiden Ersatzeltern sei Manpreet wie ein ganz normales Kleinkind. Er würde gerne kichern und selten traurig sein, erklärte Onkel Karanvir. “Er ist ein entzückendes Kind und zeigt mit seinen Handgesten unseren Gästen, sich hinzusetzen und versucht sich mit ihnen anzufreunden.”

In seinem Dorf würde Manpreet von vielen Bewohnern als eine Vermenschlichung Gottes gesehen und deshalb wie ein kleiner Star behandelt werden. 

Ausführliche Untersuchung kostet über 6000 Euro

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In seinem Dorf wird Manpreet von vielen Bewohnern als eine Vermenschlichung Gottes gesehen.

Auch wenn Manpreet von den Anwohnern gefeiert und von seinen Verwandten abgöttisch geliebt werde, würden sich seine Tante und sein Onkel um die Zukunft des Mann-Babys sorgen.

Kaur und Singh hätten bereits mehrere Ärzte aufgesucht, doch keiner habe ihnen bisher helfen können. Mediziner hätten der Familie geraten, eine ausführliche Untersuchung durchführen zu lassen, um eine angemessene Diagnose bekommen zu können. 

► Forscher würden vermuten, dass der kleine Manpreet am Laron-Syndrom leide. Dies ist eine seltene genetische Krankheit, bei der die Betroffenen resistent gegenüber Wachstumshormonen sind und somit kleinwüchsig bleiben.

► Weltweit wird lediglich von etwa 300 bekannten Fällen ausgegangen. 

Um eine entsprechende Untersuchung durchführen zu können und eine eindeutige Diagnose bekommen zu können, würden Manpreets Onkel und Tante etwa 500.000 Rupien brauchen, was ungefähr 6.200 Euro entspricht.

Daher wurde eine Spenden–Aktion auf der indischen Crowd-Funding-Website “Ketto” gestartet. 

“Wir haben nicht genügend Mittel, um ihn zu einem besseren Arzt oder in ein besseres Krankenhaus zu bringen”, hat Manpreets Onkel “Ketto” laut “Ketto” gesagt.

Karanvir Singh und seine Frau seien darüber beunruhigt, wie ein 23-Jähriger im Körper eines 1-Jährigen ohne medizinische Hilfe auch zukünftig überleben solle. 

(kap)