NACHRICHTEN
19/07/2018 12:13 CEST

Bericht: Grausame Vorwürfe gegen den Orden von Mutter Teresa

Die indischen Behörden gehen nicht von einem Einzelfall aus.

Stefano Rellandini / Reuters
Mutter Teresa gründete 1950 den Orden "Missionarinnen der Nächstenliebe".
  • Die indische Regierung forderte alle Bundesstaaten auf, die Kinderheime des Ordens “Missionarinnen der Nächstenliebe” zu überprüfen.
  • Bereits Anfang Juli wurde unter anderem eine Ordensfrau  festgenommen – wegen des Verdachts auf Kinderhandel. 

Zu Lebzeiten galt die Missionarin Mutter Teresa als Vorbild für Menschlichkeit und Nächstenliebe. Nun wird ihrem Orden vorgeworfen, in indischen Heimen Kinderhandel zu betreiben.

Die 1997 verstorbene Missionarin wurde von Papst Franziskus 2016 heilig gesprochen. Mutter Teresa gründete 1950 den Orden “Missionarinnen der Nächstenliebe”, der bis heute zahlreiche Kinderheime in Indien leitet.

Das amerikanische Magazin “Time” berichtet nun, dass in Indien gegen die Kinderheime des Ordens ermittelt wird.

Ordensfrau soll Baby an Paar verkauft haben

Die indische Regierung hat eine Aufforderung an alle Bundesstaaten ausgestellt, die Kinderheime des Ordens zu überprüfen. 

► Der Grund: Anfang Juli wurden eine Ordensfrau und eine Mitarbeiterin eines Heims wegen des Verdachts auf Kinderhandel verhaftet.

Die festgenommenen Frauen sollen im Bundesstaat Jharkhand ein Baby an ein Paar verkauft haben.

Das Paar, welches das Kind adoptierte, soll von nichts gewusst haben.

Die beiden bestätigten, dass sie zwar Geld an das Waisenhaus zahlten – jedoch hätten sie geglaubt, dass das Geld an die erkrankte leibliche Mutter ginge.

Mehr zum Thema: Indien plant kostenlose Gesundheitsfürsorge für 500 Millionen Menschen

Indische Behörden gehen nicht von einem Einzelfall aus

Laut “Time” gehen die indischen Behörden davon aus, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt.

Die Missionare der Nächstenliebe bezeichneten die Verhaftung gegenüber der “Time” als “schockierend”. Kinderhandel sei gegen ihre “moralische Überzeugung”.

Die Wohltätigkeitsorganisation sagte, dass auch sie den Vorfall untersuchen würde.

► In Indien ist der Adoptionsprozess sehr langwierig. Das hat dazu beigetragen, dass nun illegale Adoptionen im ganzen Land zunehmen.

► Laut der Nationalen Kommission für den Schutz von Kinderrechten gibt es in Indien mehr als 230.000 Waisenkinder in offiziellen und inoffiziellen Unterkünften. NGOs gehen von ungleich höheren Zahlen aus.