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29/12/2018 12:02 CET | Aktualisiert 29/12/2018 12:02 CET

Indien eröffnet erstes Krankenhaus für Elefanten – es sieht fantastisch aus

Die weltweite Elefantenpopulation schrumpft bedrohlich.

In Mathura, Indien hat im November dieses Jahres das erste Krankenhaus für Elefanten den Betrieb aufgenommen. Kranke und verletzte Elefanten werden hier wieder gesund gepflegt, berichtete Reuters.

Das “Wildlife SOS Krankenhaus” erstreckt sich auf einer Fläche von 1.114 Quadratmetern und will vor allem für misshandelte und alte Elefanten da sein.

Einige der Tiere sind blind oder taub, andere haben Geschwüre oder Gelenkprobleme. Es sind zum Teil die Spuren jahrelanger Gefangenschaft, denn viele Tiere wurden als Touristenattraktion bei Festen, im Zirkus oder für Tempelzeremonien eingesetzt. Dort sind Misshandlungen und Quälerei an der Tagesordnung, berichteten Tierschützer.  

Den Tierärzten stehen in der Einrichtung die modernsten Geräte zur Verfügung, wie zum Beispiel drahtlose digitale Röntgengeräte, Ultraschallgeräte, Wärmebildgeräte sowie Quarantäneeinrichtungen.  

“Wir haben das Krankenhaus gebaut, weil wir klar machen wollten, dass Elefanten unseren Schutz genauso benötigen, wie jedes andere Tier”, erzählte Geeta Seshamani, Tierschützerin und Mitbegründerin der Einrichtung gegenüber Reuters.

Warum das wichtig ist:

Die Artenvielfalt ist weltweit stark bedroht. Die vergangenen Jahre haben einen dramatischen Rückgang verzeichnet. Auch Säugetiere wie Elefanten sind trotz – oder gerade wegen – ihrer Beliebtheit vielen Gefahren ausgesetzt.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen fordern die Länder der Welt auf, sowohl die Umwelt als auch die Tierwelt zu schützen. Werde hier und jetzt aktiv und setze dich mit uns für die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele ein.

“Elefanten in Gefangenschaft dürfen nicht misshandelt werden. Wir müssen ihnen den Respekt entgegenbringen, den die Tiere brauchen, wenn man sie zur Arbeit einsetzen will”, fügte sie hinzu.

Etwa die Hälfte der asiatischen Elefantenpopulation lebt in Indien. Mittlerweile ist aber auch hier die Population auf lediglich 27.000 Tiere geschrumpft. Inzwischen zählen Elefanten in Indien als gefährdete Tierart. 

Elefanten nehmen am Tag um die 150 kg Nahrung und 100 Liter Wasser zu sich. Das macht die Deckung des Nahrungsbedarfs umso schwerer. Denn das starke menschliche Bevölkerungswachstum in den letzten Jahre führte dazu, dass die Menschen immer weiter in die Lebensräume der Elefanten vordringen und den Tieren somit ihren natürlichen Lebensraum und ihre Nahrungs- und Wasserressourcen wegnehmen.

Die Konsequenz daraus: Hungrige Tiere verlassen auf der Suche nach Nahrung immer öfter ihre angestammten Gebiete. Sie durchqueren dabei Dörfer und verwüsten Felder. Bauern und Farmer, die ihre Lebensgrundlage durch die Tiere stark bedroht sehen, wehren sich, indem sie die Eindringlinge vergiften oder gar töten.

Weitere Gründe für das Aussterben der Dickhäuter sind Wilderei und die große Nachfrage nach Elfenbein. Da in Asien nur männliche Elefanten Stoßzähne haben, wird durch die Wilderei das Geschlechterverhältnis verzerrt, was die Gefährdung zukünftiger Elefanten-Generationen zur Folge hat.

Wildreservate für Elefanten, wie zum Beispiel das North Bank Landscape Reservat im Osten des Himalaya, spielen eine tragende Rolle für den Artenschutz. Sie bieten Elefanten nicht nur Zuflucht, sondern tragen auch zu ihrem Überleben bei.

Die Eröffnung des Elefantenkrankenhauses in Mathura ist ein wichtiger Sieg im Kampf für den Schutz der Elefanten. Es signalisiert dem Land und hoffentlich dem Rest der Welt, dass Elefanten unseren Schutz brauchen. 

Dieser Beitrag stammt von Global Citizen und wurde dort zuerst veröffentlicht. Global Citizen ist eine globale Bewegung junger, engagierter Menschen, die die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wollen. Mehr erfahren könnt ihr auf www.globalcitizen.org/de, aktiv werden und euch für eine bessere Welt für alle stark machen. 

(ujo)