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03/01/2019 14:14 CET | Aktualisiert 03/01/2019 14:14 CET

In drei einfachen Schritten zur strategischen App-Entwicklung

IkonStudio via Getty Images

Jahrelang mussten Unternehmen proprietäre Lösungen entwickeln, wenn sie eine maßgeschneiderte Anwendung benötigten. Im Detail hieß dies den Aufbau eines Entwicklungsteams, das Monate mit der Codierung verbrachte. Nach der Fertigstellung durchlief die Applikation dann zudem einen umfangreichen Test- und Veröffentlichungsprozess. Dieser Prozess dauerte sehr lange und war enorm kostspielig. Apps, die sich schnell entwickeln und implementieren ließen, gab es nicht. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

Apps lassen sich heute schnell und dank Low-Code-Plattformen innerhalb kürzester Zeit problemlos bauen und implementieren. Neue Versionen oder Funktionen können innerhalb einiger Stunden im Unternehmen ausgerollt werden. Also eine schöne, neue App-Welt? Da Apps sich so leicht erstellen lassen, müssen Unternehmen mittlerweile eher darauf achten, dass es keinen Wildwuchs gibt. Die Anwendungen sollten immer auch einem strategischen Zweck dienen, einen komplexen Prozess vereinfachen, Mitarbeitern eine effizientere Arbeit ermöglichen oder sie bei der Lösung einer Herausforderung unterstützen. Ansonsten werden Apps erstellt, die den Unternehmensrichtlinien nicht entsprechen oder die am Ende niemand nutzt.

Dieses Problem lässt sich vermeiden: Jede App sollte nicht nur einen bestimmten, definierten Zweck erfüllen, sondern es sollte auch eine Roadmap für ihren Lebenszyklus und die erwartete Nutzung geben. Werden die folgenden drei einfachen Schritte vor der Entwicklung einer App befolgt, lassen sich diese bestmöglich einsetzen.

1. Den Nutzen für das Unternehmen identifizieren:

Die zentrale Frage lautet, wozu die App benötigt wird. Ein Regulierungsbeauftragter kann zum Beispiel eine Anwendung benötigen, um automatisch zu verfolgen, ob alle Richtlinien eingehalten werden. Dies macht die manuelle Dokumentation überflüssig. Die Sachbearbeiter, die die Anwendung bedienen, können jedoch gleichzeitig bei der Abwicklung von Transaktionen durch den eingeschränkten Datenaustausch gestört werden. Daher ist es wichtig, dass die Herausforderungen und Vorteile dokumentiert sind und die Lösung sie berücksichtigt. Es geht daher nicht nur darum, wie sich die App sofort einsetzen lässt, sondern auch darum, wie sie sich um neue Funktionen erweitern lässt. Entwicklungsplattformen vereinfachen eine flexible Erweiterung der Anwendungen – und gewährleisten, dass Nutzer immer die neuesten Features einsetzen können.

2. Alltägliche Workflows analysieren

Nahezu jedes Unternehmen kennt die Situation: Eine neue Lösung wird implementiert, die Anwender werden informiert und kaum jemand setzt sie ein. Zu komplex, zu schwerfällig oder es fehlt das Training, um die Applikation einzusetzen. Deshalb sollten sich Organisationen genau überlegen, ob sie ihre Mitarbeiter nicht überfordern bzw. welche Schritte notwendig sind, um die Nutzung zu gewährleisten, bevor sie in neue Technologien investieren.

Denn jeder Mensch folgt in seinem Arbeitsalltag bestimmten Gewohnheiten. In den meisten Fällen lassen sich so Aktivitäten strukturieren. Wenn diese Gewohnheiten verändert werden sollen, reagieren viele Mitarbeiter mit Widerstand. Eine neue Anwendung, die die vorhandenen Workflows und Prozesse einbezieht, kann bestehende Aktivitäten erweitern. Unterstützen diese Lösungen Mitarbeiter dabei, effizienter zu arbeiten, ändern diese ihre Gewohnheiten freiwillig.

Alle Anwenderaktivitäten, operativen Ziele und technischen Möglichkeiten sollten zu Beginn ausgelotet sein. Nur dann ist gewährleistet, dass die Funktionsweise der App die Anforderungen der Nutzer erfüllt. Low-Code-Plattformen erleichtern diese Vorgehensweise und ermöglichen es Unternehmen, Lösungen für die identifizierten Herausforderungen schnell auszurollen.

3. Unterstützung der App über einen längeren Zeitraum

Schnelle Innovation ist großartig, aber bestehende Systeme müssen unterstützt und neue Funktionen realisiert werden – nur so schöpfen Unternehmen den wahren Wert aus ihren Investitionen. Digitale Lösungen verändern Unternehmen in einem rasanten Tempo. Gleichzeitig sollten Organisationen aber ihre Erwartungen an Technologien disziplinieren.

Mit anderen Worten: Firmen sollten bei jeder Entscheidung strategisch und vorausschauend vorgehen und ihre Anforderungen im Auge behalten. Es ist vollkommen in Ordnung, sich für eine neue Technologie zu begeistern, aber Unternehmen müssen nicht auf jeden Zug aufspringen, nur weil es gerade ein Hype ist. Stattdessen sollten sie ihre Prozesse und Anforderungen taktisch analysieren und herausfinden, wie die Lösungen am besten kontinuierlich unterstützen.

Strategisch und agil denken und handeln

Unternehmen, welche die digitale Transformation bereits realisieren, bringen kontinuierlich neue Lösungen auf den Markt. App-Plattformen können die mit der Entwicklung verbundene Basisarbeit beschleunigen. IT-Teams haben so mehr Zeit, sich auf die zugrunde liegende Strategie zu fokussieren. Die genannten drei Schritte sind das Fundament, um Applikationen zu entwickeln, die über einen längeren Lebenszyklus nützlich für die Mitarbeiter sind – und damit auch für das Unternehmen.