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24/08/2018 08:35 CEST | Aktualisiert 24/08/2018 08:36 CEST

In diesem Café bezahlst du nicht mit Geld, sondern mit einer guten Tat

Selbst kleine Aufmerksamkeiten können Großes bewegen.

Wann hast du das letzte Mal etwas Nettes für jemand anderen getan? Manchmal vergessen wir schlichtweg, wie einfach es ist, anderen Menschen einen Gefallen zu tun oder das Leben zu erleichtern – oft reicht schon eine kleine Geste.

Genau zu solchen Taten ermutigt uns das “Kindness Café” von Gosh Food. Das Pop-up-Café, das schon Zwischenstopps in London und Dublin gemacht hat und bald nach Liverpool weiterzieht, verlangt für seine deftigen veganen Gerichte kein Geld: Du kannst bezahlen, indem du etwas Gutes tust.

Goshs Kindness Cafe
An eine Wand hängen Café-Besucher die guten Taten, die sie vorhaben.

Die HuffPost UK hat mit Rachel Moule gesprochen, einer der Gründerinnen des Cafés. 

Eine freundliche Geste für eine warme Mahlzeit

“Uns ist bewusst geworden, dass es so etwas wie ein gratis Mittagessen für alle Menschen eigentlich gar nicht gibt. Unsere Idee war also, jedem in London eine kostenlose Mahlzeit anbieten zu können und dafür lediglich eine freundliche Geste als Bezahlung zu verlangen.

Uns wurde schnell klar: Die Londoner sind ziemlich skeptisch. Sie fragten uns: ‘Was ist der Haken?’ Aber es gibt keinen Haken.

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Rachel meint, wir helfen nicht nur anderen, indem wir freundlich zu ihnen sind – wir helfen auch uns selbst, denn unsere Laune bessert sich.

“Wenn du etwas Nettes für jemand anderen tust, zum Beispiel indem du gleich morgens jemandem ein Kompliment machst oder ihn einfach nur anlächelst, startest du gleich viel positiver in den Tag.” 

Die Menschen fingen an, wirklich etwas Gutes zu tun

Neben gerösteten Maiskolben und Quinoa- und Süßkartoffel-Gerichten serviert das Café auch Salate mit Linsen, getrockneten Tomaten und roten Zwiebeln. Die Auswahl der Zutaten ist wichtig für die Macher des Cafés.

“Die Zutaten, die wir verwenden, sind alle natürlich – wir nutzen keine Lebensmittel mit Emulgatoren, Konservierungsstoffen oder E-Nummern”, erklärt Moule. 

Goshs Kindness Cafe
Vegan und gratis – so sieht ein Mittagessen im Kindness Café aus.

Und mit der Zeit nahmen die Menschen das Konzept an und fingen wirklich an, etwas Gutes als Gegenleistung zu tun, anstatt sich einfach nur kostenlos durchfüttern zu lassen. “Kinder, Erwachsene, Paare, Familien – alle machen mit”, sagt Moule. 

Im Café unterhalten sich die Besucher beim Essen oft über ihre guten Taten, was Moules Ansicht nach das Vorurteil widerlegt, die Londoner zum Beispiel würden nicht gerne miteinander sprechen. “Die Atmosphäre ist fast so wie in einer richtigen Old-School-Community.”

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Vor allem das Engagement der Kinder fällt den Besitzern positiv auf – dabei gibt es auch immer wieder etwas zu lachen. “Wir hatten mal einen Jungen hier, der sagte: ‘Ich werde nett zu meiner Schwester sein’ – und dann hinzufügte: ‘Eine Stunde lang!’ Ein anderes Kind sagte: “Ich will versuchen, keine Insekten mehr zu töten.”

Goshs Kindness Cafe
Manche haben Großes vor, manche Kleines.

Die Erwachsenen wiederum versuchen öfter, etwas gegen gesellschaftliche Probleme, wie Obdachlosigkeit, Einsamkeit und Isolation ankämpfen zu tun. Zum Beispiel indem sie in sozialen Einrichtungen helfen oder ältere Nachbarn unterstützen. Moule erzählt, dass Banker zum Beispiel oft versprechen, Geld für wohltätige Zwecke zu spenden. 

Manche Vorhaben sind kleiner, können aber ebenfalls Großes bewegen: “Ich will einen fremden Menschen anlächeln” oder “Ich möchte einem anderen Mädchen ein Kompliment für sein Outfit machen.”

Goshs Kindness Cafe

Das “Kindness Café” will Menschen vor allem daran erinnern, wie wichtig selbst kleine Aufmerksamkeiten im Alltag sind. “Wir wollen die Menschen zum Nachdenken bringen. Wir möchten, dass sie gleich morgens nach dem Aufwachen überlegen, welche gute Tat sie an diesem Tag vollbringen können”, sagt Moule.

“Das ist die Wirkung, die ich mir von unserem Café erhoffe. Und es funktioniert.”

Seinen nächsten Zwischenstopp legt das Kindness Café vom 24. bis zum 25. August in Liverpool ein. Weitere Informationen findet ihr hier

Dieser Text erschien ursprünglich in der HuffPost UK und wurde von Agatha Kremplewski übersetzt und angepasst.

(ujo)