POLITIK
07/03/2019 23:43 CET

In der EU arbeiten so viele Frauen wie noch nie – und verdienen weit weniger als Männer

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SOPA Images via Getty Images
Pro-EU-Demonstrantinnen in Großbritannien. 

► Zwei von drei Frauen (66,4 Prozent) zwischen 20 und 64 Jahren hatten 2017 eine Arbeitsstelle, wie aus einem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Bericht der EU-Kommission hervorgeht. 

► Das sind so viele erwerbstätige Frauen wie nie zuvor. Zugleich waren der Erhebung zufolge drei von vier Männern (77,9 Prozent) berufstätig.

► Frauen verdienten im Durchschnitt 16 Prozent weniger als Männer. Deshalb erhielten sie auch 35,7 Prozent weniger Rente und seien im Alter eher armutsgefährdet, heißt es in dem Bericht.

Wieso die EU die Arbeitsbedingungen für Frauen kritisiert: 

Der Lohnunterschied lasse sich nur teilweise dadurch erklären, dass Frauen häufig in schlechter bezahlten Branchen arbeiteten, heißt es im EU-Bericht.

Weitere Gründe seien etwa schlechte Kinderbetreuungsangebote und Firmen, die keine flexible Arbeitszeiten anböten. Deshalb arbeiteten Frauen insgesamt weniger.

Mit Blick auf den Internationalen Frauentag am Freitag kritisierte die EU-Kommission, dass Frauen im Job nach wie vor mit vielen Alltagsproblemen zu kämpfen hätten – etwa mit Belästigungen, geringeren Löhnen und weniger Karrierechancen.

“Wir sind im Jahr 2019 und Fortschritt im Bereich Gleichberechtigung der Geschlechter geht immer noch im Schneckentempo voran. In einigen Ländern gibt es gar Rückschritte”, kritisierte Kommissionsvize Frans Timmermans.

Wie es um die politische Repräsentation von Frauen in der EU steht:  

Auch in Parlamenten und Regierungen der EU-Länder sind Frauen dem Bericht zufolge unterrepräsentiert. Nur drei von zehn Abgeordneten (30,2 Prozent) nationaler Parlamente waren im November 2018 Frauen.

Deutschland lag knapp über dem Schnitt (30,9 Prozent). In Schweden, Finnland und Spanien waren immerhin 40 Prozent der Abgeordneten Frauen.