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09/07/2018 16:21 CEST | Aktualisiert 09/07/2018 16:21 CEST

In der Damentoilette war mehr los als in den Straßen von Potsdam.

Tür auf – Tür zu – rotes Schloß – weißes Schloß.

Am letzten Wochenende war ich wieder unterwegs mit dem Reisebus nach Potsdam. Nun ist es bei uns Frauen ja so, dass wir oft austreten müssen. Zumindest mein Jahrgang. Sag mir, dass ich zwei Stunden auf keine Toilette kann, und meine Blase füllt sich automatisch von jetzt auf gleich bis zum Rand. Ohne etwas getrunken zu haben. Nur der Gedanke daran macht mich schon panisch.

In diesen Reisebussen sind auch Toiletten, aber irgendwie stand ich der ganzen Sache kritisch gegenüber.

Zum einen weil ich die Erklärung über all die Knöpfe und Schalter vorher per Durchsage vom Fahrer so kompliziert fand, so dass ich etwas Angst hatte falsch zu drücken und den Notruf auszulösen.

„Wenn Sie dort drücken, dann passiert das.“ „Wenn Sie da drücken, passiert dieses.“ „Und wenn Sie genau da drücken muss ich Sie retten, denn das ist der Notknopf.“ „Bitte nur das kleine Geschäft, die anderen Mitreisenden werden es Ihnen danken.“

Okay, ist klar bis hier. Ich gehe da nicht drauf. Nicht inmitten mir fremder Leute. Einige sitzen ja quasi fast neben Dir wenn Du Deiner Notdurft nach kommst. Das ist nicht so meins.

So nimmt man jedes Raststätten-WC mit. Ich habe gelernt immer Kleingeld dabei zu haben, genau 70 Cent. Dann ab durch das Drehkreuz und ab geht der Peter. Vorher noch schnell den 50 Cent-Gutschein in den Geldbeutel geprümmelt welchen der Apparat ausspuckt (habe ich noch nie eingelöst).

Nun hatten wir auf der Rückfahrt die Situation, dass ich schon nach verlassen des Schiffes hätte austreten können. Ich war auf dem Schiff aber zu spät dran, wir mussten runter vom Kutter und zu unserem Bus. Gut, gehe ich halt im Bus. Das habe ich aber nicht geregelt bekommen aus o. g. Gründen. Knapp 2,5 Stunden Fahrt folgten, dann kam unsere „Zwischenstop-Raststätte“. Drei Mal dürft ihr raten, wer gerannt ist. Es war aber so, dass zeitgleich mit uns noch weitere Reisebusse anhielten, und noch weitere Damen und Herren aufgehalten hatten: Wie eine Karawane wenn der Sultan Durst hat. Ein Gerammel in der Raststätte, fast alle runter auf die Toiletten. Die von unten kamen mussten warten: Eine Menschentraube mit Blase randvoll war auf dem Vormarsch. Ich drängele eigentlich nicht, bis auf diesen Tag. Ich habe links und rechts überholt, hatte die 70 Cent schon in meiner schweißnassen Hand und tippelte vom rechten Bein und auf das linke Bein. Während man vor mir erst das Geld passend suchte, habe ich mich wieder vor gedrängelt und passierte das Kreuz: Jau, drin. Da stand mein Geschlecht dann aber auch noch vor den Türen. Tür auf – Tür zu – Tür auf – Tür zu. Rotes Schloss – weißes Schloss – rotes Schloss – weißes Schloss. Immer Action da drin bei dieser Anzahl von Damen. Und ein Geschnatter wie im Puten-Stall.

Man ist ja unglaublich erleichtert, wenn man dann diesen Trupp verlassen kann und zum Bus schlendert als wäre nix gewesen.

Warum ich mir dann gleich einen Kaffee rein drehen musste in dem Wissen noch 2,5 Stunden im Bus zu sitzen, weiß der Himmel. Aber gut, im Bus wäre ja eine Toilette gewesen. ^^

(Quelle Bild: Steffi Werner)