NACHRICHTEN
12/02/2019 12:13 CET

In Berlin steht ein Haus, das aus Müll gebaut wurde – so sieht es aus

Die Wände sind aus Plastiktüten, die Fenster stammen aus Gewächshäusern und das Parkett diente einst als Dach einer Turnhalle.

CRCLR
Mit ihrem Co-Working-Büro in Neukölln zeigt CRCLR, wie nachhaltiges Bauen aussehen kann.
  • Das Start-Up CRCLR setzt sich für eine nachhaltigere Bauweise ein.
  • Ihr Prototyp, ein Co-Working-Büro in Berlin, wurde ausschließlich aus recycelten Materialien gebaut.

In der Natur gibt es keinen Abfall, so lautet das Motto des Berliner Start-Ups CRCLR (sprich: Circular). Das siebenköpfige Team hat sich den natürlichen Kreislauf des Lebens zum Vorbild für eine nachhaltigere Bauweise genommen. 

Zirkuläres Bauen nennt sich das Konzept. 

Was bedeutet zirkulär bauen?

Beim zirkulären Bauen geht es darum, möglichst nachhaltig mit bereits vorhandenen Ressourcen umzugehen.

Das bedeutet auf der einen Seite, dass überwiegend recycelte Baustoffe verwendet werden. Auf der anderen aber auch, dass sich die Menschen fragen sollen, ob ein Gebäude überhaupt abgerissen und neu gebaut werden muss.

Oder ob Wohnungen und Häuser auch mithilfe kleinerer Anpassungen und Umbauten zum gewünschten Ergebnis führen kann.

CRCLR
Die Wände dieses Iglu-Büros sind aus Malztüten

Wie das aussehen kann, zeigt ein erster Prototyp im Berliner Stadtteil Neukölln, ein Co-Working Space, der bis ins letzte Detail aus recycelten Materialien besteht.

Als Co-Working Space werden meist große, offene Räume bezeichnet, in denen Freiberufler, kleinere Startups und Kreative gemeinsam arbeiten können.

Mehr zum ThemaWenn ihr dieses Büro in Bangkok seht, werdet ihr sofort dort arbeiten wollen

► Laut eines Berichts der “Berliner Zeitung” sind die Wände aus Plastiktüten, die Fenster stammen aus Gewächshäusern und das Parkett diente einst als Dach einer Turnhalle.

► Die Möbel haben die Gründer laut “BZ” größtenteils von Flohmärkten zusammengesucht.

Prototyp für nachhaltiges Bauen

Früher befand sich in den Räumen des Büros eine Brauerei. Ab Anfang 2019 soll der Rest des zweistöckigen Gebäudes umgebaut werden, ebenfalls zu einem Co-Working Space. 

Mehr zum ThemaNeuseeländische Brauerei entwickelt Benzin aus Bierresten

Dafür wollen die Gründer von CRCLR ausschließlich Baustoffe benutzen, die beim Abriss alter Häuser übrig geblieben sind. 

CRCLR
Die Fenster dieses Co-Working-Spaces stammen aus Gewächshäusern

Und auch ihr Co-Working Space soll einmal in den ewigen Kreis übergehen. Um die Weiterverwendung der Baustoffe zu erleichtern, erstellt das Team von CRCLR eine Liste mit allen Materialien, die beim Umbau der alten Brauerei verwendet wurden.

CRCLR-Mitarbeiterin Leona Lynen sagte gegenüber der “BZ”:

In der Zukunft wünschen wir uns, dass jedes Haus einen Materialpass bekommt und somit zukünftige Generationen wissen, wie sie Materialien in ihrem Haus weiterverwenden können.“

Ziel des zirkulären Bauens ist laut Informationen auf der Webseite des Start-Ups nicht nur ein umweltfreundlicherer Umgang mit Baumaterialien. Auch die Wohnungsknappheit in Städten könnte mithilfe des Konzeptes bekämpft werden.

CRCLR
In kleinen abgetrennten Raumteilen, sogenannten Think Tanks, können sich die Mitarbeiter zum Brainstormen zurückziehen

► Anstatt neue Gebäude zu errichten, kann wie im Fall des Co-Working Büros in Neukölln durch Anbau mehr Raum geschaffen werden. 

Dieser Beitrag erschien am 07.05.2018