POLITIK
02/08/2018 13:41 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 15:46 CEST

Dänische Polizistin umarmt Burka-Trägerin – und hat dafür einen guten Grund

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Tristar Media via Getty Images
Imamin Seyran Ates kritisiert eine Szene einer Demonstration in Dänemark. 

► Die Berliner Rechtsanwältin, Imamin und Gründerin einer liberalen Moschee, Seyran Ates, kritisiert scharf, dass eine dänische Polizistin eine vollverschleierte Frau während einer Demonstration gegen das neue Verhüllungsverbot umarmt.

► Auf Facebook schreibt Ates am Donnerstagmittag, durch die Umarmung solidarisiere sich die Polizistin mit der Demonstrantin. Das sei “skandalös”, denn “Vertreter des Staates haben strenge weltanschauliche Neutralität zu wahren”.

► Ates wirft in ihrem Beitrag auch weiten Teilen der deutschen Gesellschaft vor, sich an freiheitsfeindliche Strömungen anzubiedern und diese zu verharmlosen. Hintergrund: Die Imamin kritisiert, dass deutsche Journalisten das dänische Verschleierungsverbot geißeln würden. 

Um was es genau geht:

In Dänemark ist zum August ein Gesetz in Kraft getreten, das Vollverschleierung in der Öffentlichkeit verbietet – das betrifft sowohl islamische Kleidungsstücke wie Burka und Nikab als auch als auch Sturmhauben, Masken oder falsche Bärte. Wer dagegen verstößt, kann mit Strafen von 134 bis 1340 Euro belegt werden.

Etwa 1300 Menschen, Muslime wie Nichtmuslime, protestierten am Mittwoch in Kopenhagen gegen das Gesetz. Wer zu diesem Anlass eine Verschleierung trug, musste nicht mit Bußgeld rechnen, weil die Polizei die Kleidung als Teil der Demonstration der Meinungsfreiheit wertete.

Was ihr noch wissen müsst:

Ates setzt sich seit vielen Jahren als Juristin für die Rechte von Frauen ein und muss immer wieder um ihr Leben fürchten. Kritiker wiederum halten sie für zu kompromisslos konservativen Musliminnen gegenüber.

In ihrem Facebook-Post verweist sie auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Darin wird allerdings nicht angegeben, warum die Polizistin die 37-jährige Demonstrantin umarmt. Dass sich die Polizistin mit der Frau solidarisiert, geht weder aus dem Bericht noch aus dem Foto hervor. 

(ll)