POLITIK
18/01/2019 11:40 CET | Aktualisiert 18/01/2019 11:50 CET

"Illner": Gauland spricht über die EU – Maas' Reaktion provoziert ihn

"Weiß nicht, was daran komisch sein soll!"

Screenshot ZDF
"Illner": Gauland spricht über die EU – Maas' Reaktion provoziert ihn
  • Beim ZDF-Talk “Maybrit Illner” haben die Gäste mit Blick auf den Brexit leidenschaftlich über Europa gestritten
  • Mit dabei: Außenminister Heiko Maas und AfD-Chef Alexander Gauland.

Von Tag zu Tag steigt die Wahrscheinlichkeit für einen ungeregelten Brexit – und damit auch die Betriebstemperatur von Politikern in deutschen Talkshow-Studios.

So auch am Donnerstagabend im ZDF bei “Maybrit Illner”. Zu Gast waren unter anderem Außenminister Heiko Maas (SPD) und AfD-Chef Alexander Gauland, die sich an mehreren Stellen der Sendung einen leidenschaftlichen Streit um Europa lieferten.

“Illner”: Brexit-Streit zwischen Maas und Gauland

Zu Beginn der Sendung (hier in der ZDF-Mediathek zum Nachschauen) gerieten Maas und Gauland in der Frage eines zweiten Brexit-Referendums aneinander.

Der SPD-Spitzenpolitiker sagte bei “Illner”:

“Wenn das britische Parlament nicht in der Lage ist zu entscheiden, was es will, dann könnte man tatsächlich auf die Idee kommen zu sagen, die Entscheidung an die Bevölkerung zurückzugeben.”

Gauland widersprach vehement, schimpfte: “Was ist das für ein Unsinn!”.

Und weiter: “Das zweite Referendum, warum soll das gültig sein? Das ist keine Lösung. Man hat das Volk befragt und das Ergebnis muss die Regierung umsetzen.”

Als Moderatorin Illner AfD-Chef Gauland auf die rechtspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung in Italien ansprach, gerieten er und Maas erneut aneinander. Die ZDF-Moderatorin wollte wissen, ob die italienische Regierung mehr auf Gauland als auf die Kanzlerin höre.

Gauland zu Maas bei “Illner”: “Das ist nicht wahr!”

Gauland wies darauf hin, dass seine “persönliche Vernetzung” zum italienischen Innenminister Matteo Salvini “nicht so groß” sei.

Dazu sagte Maas: “Es ist ein schönes Beispiel, dass ihre Freunde in Italien nicht auf sie hören. Denn sie vertreten eine Politik, die rein nationale Interessen verpflichtet ist. Deswegen bringt das auch gar nichts, dass ihr miteinander redet. Das Gegenmodell ist Europa, dass wir miteinander reden und versuchen, die Probleme gemeinsam zu lösen.”

Das sei im Politikansatz der AfD nicht vorgesehen, der lautet für Maas: Wir wollen mit dem Rest der Welt nichts zu tun haben.

Gauland ging dazwischen, sagte: “Das ist nicht wahr! Natürlich müssen wir reden. Es kommt immer auf die Sachfrage an.” 

Auch am Schluss gerieten die beiden aneinander – in der Frage, ob die AfD auch einen deutschen EU-Ausstieg fordere.

Illner: Maas und Gauland geraten mehrmals aneinander

Gauland sagte, die AfD sei für einen gemeinsamen Markt, aber nicht für die Weiterentwicklung zu einem europäischen Staat.

“Besonders lustig finde ich”, reagierte Maas mit einem Lächeln im Gesicht, “die Abschaffung des EU-Parlaments zu beschließen und gleichzeitig dafür zu kandidieren.” 

Gauland reagiert genervt mit: “Ich weiß gar nicht, warum das komisch ist.”

“Ne, das ist gar nicht mehr komisch, das ist schon lustig”, sagte Maas.

Gauland antwortete: “Das Europaparlament ist jetzt da, also müssen wir als Oppositionskraft dabei sein. Deswegen können wir doch für die Abschaffung plädieren.”

Im Publikum hörte man Schmunzeln. Maas dazu nur: “Achso.” 

(ll)