LIFE
23/10/2018 12:03 CEST

Ikea: Ein Fehler mit 4 Frischhaltedosen bringt junge Frau in den Knast

Ein ungewöhnliches Missgeschick.

“Wir bedauern die Situation aufrichtig, entschuldigen uns und verpflichten uns, unsere Anzeige gegen diese junge Frau und ihren Vater zurückzuziehen”
  • Eine junge Französin wird wegen eines Abrechnungsfehlers an einer Ikea-Selbstbedienungskasse verhaftet.
  • Auf Twitter wurde ihr Bericht an nur einem Tag mehr als 10.000 Mal retweetet und 400 Mal kommentiert. 

Die junge französische Twitter-Nutzerin Emilie erzählt in mehreren aufeinander folgenden Tweets von einem Missgeschick, das ihr zusammen mit ihrem Vater in einem Ikea-Möbelhaus in Straßbourg am 1. Oktober passiert ist. 

Am Ende kommt die Polizei

Die Geschichte der jungen Frau beginnt an den Selbstbedienungskassen von Ikea, wo sie vier Frischhaltedosen aus Glas abkassiert.

Sie bezahlt und verlässt mit ihrem Vater das Möbelhaus, als ein Ladendetektiv sie aufhält. Er behauptet, die beiden hätten einige Artikel falsch abgerechnet. Und tatsächlich hatten sie vergessen, die vier Deckel der Frischhaltedosen zu scannen, die separat mit eigenen Strichcodes verkauft werden.

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Vater und Tochter behaupten, zu nachlässig gewesen zu sein und bieten an, noch einmal zur Kasse zu gehen, um die Deckel zu bezahlen. Der Ladendetektiv ist jedoch verpflichtet, den Geschäftsführer zu informieren. 

Mit dessen Auftritt wird alles noch schlimmer. Trotz der schlüssigen Geschichte von Vater und Tochter glaubt der Geschäftsführer, dass die beiden die Deckel stehlen wollten. 

Der Ton wird rauher und am Ende ruft der Geschäftsführer die Polizei, weil sich Emilies Vater weigert, ein Diebstahlgeständnis zu unterschreiben.

“Wir nehmen euch wegen bandenmäßigem Ladendiebstahl fest”

Die eingetroffene Polizei steckt Vater und Tochter in getrennte Polizei-Transporter und teilt ihnen mit: “Wir nehmen euch wegen bandenmäßigem Ladendiebstahl fest.” So beschreibt es Emilie auf Twitter. Auf der Polizeistation werden Vater und Tochter dann in zwei verschiedenen Zellen untergebracht. Dort sollen sie 24 Stunden lang in Untersuchungshaft sitzen. 

Eine Polizistin bemerkt jedoch, dass Emilie und ihr Vater keine Schwerverbrecher sind und ruft innerhalb von zwei Stunden direkt beim Richter an, damit die beiden schneller frei kommen.

Nachdem die Polizei ihre Geschichte gehört und verstanden hat, dass es sich um ein Versehen handelt, werden die beiden wenig später freigelassen.

Und die Moral von der Geschicht’, ist laut Emilie: “Scannt eure Artikel gut und vergesst nicht, dass ihr für Frischhaltedosen verhaftet werden könnt.”

“Wenn ihr echt das Gespräch vorziehen würdet, hätte es meine Tweets nie gegeben”

Auf Anfrage der französischen HuffPost, sagt Ikea-Frankreich, dass “sie über den Vorfall am ersten Oktober in der Straßburger Filiale wohl informiert” seien.

“Wir bedauern die Situation aufrichtig, entschuldigen uns und verpflichten uns, unsere Anzeige gegen diese junge Frau und ihren Vater zurückzuziehen”, teilt die Presse-Abteilung mit und fügt hinzu, dass “Ikea-Frankreich immer versucht, das Gespräch vorzuziehen.”

So reagierte Emilie auf die Stellungnahme von Ikea-Frankreich:

“Danke, dass ihr eure Fehler zugegeben habt, aber die Anzeige wurde, soweit ich weiß, am Montagabend, als wir für unschuldig befunden wurden, fallen gelassen. 
Wenn ihr echt das Gespräch vorziehen würdet, hätte es meine Tweets nie gegeben.”

Dieser Text erschien zuerst in der französischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Moritz Diethelm aus dem Französischen übersetzt.

(glm)