WIRTSCHAFT
07/09/2018 11:58 CEST

Ikea: Design-Chef verrät den "größten Fehler" des Unternehmens

Ein aufblasbares Desaster der Marke Ikea.

Mint via Getty Images
Ikea-Designer Marcus Engman. 
  • Ikea-Designer Marcus Engman hat auf einer Konferenz an die großen Design-Erfolge seines Unternehmens erinnert. 
  • Er war aber nicht auf alle Produkte stolz – eines bezeichnete er als einen der größten Fehler in der Ikea-Geschichte. 

Möbel: einfach, effizient und praktisch… Mit dieser Mission ist das Unternehmen Ikea erfolgreich geworden. Aber das Streben nach Perfektion verlief für den schwedischen Riesen nicht ohne Misserfolge. 

Auf der Konferenz “Democratic Design Days” in Sidney präsentierte Ikea-Designdirektor Marcus Engman eine Reihe von ikonischen Produkten der schwedischen Marke. Bei einer Erfindung aber musste er zugeben, dass die Firma sie lieber nicht zu einem Möbel gemacht hätte.

“Das ist einer der schlimmsten Fehler in Ikeas Geschichte, ein unglaubliches Fiasko”, zitiert die australische Nachrichtenseite “News.com” Engman. “Es gibt da Dinge, über die wir nicht nachgedacht haben.”

Die Ikea-Genies hielten es für eine gute Idee

Der größte Flop von Ikea stamme aus den 1980er Jahren, erklärte Engman: Ein Team von Designern habe in Almhult, einer kleinen Stadt fünf Stunden von Stockholm entfernt, über ein neues, innovatives Sofa nachgedacht.

“Es ist einer dieser besonderen Momente, wenn wir ‘Eureka’ rufen”, erinnerte sich Engman. “Wo jeder am Tisch weiß, dass dies sicherlich eine der besten Ideen von Ikea ist.”

Die Idee: das “A.I.R. Sofa”.

Doch Ikea hatte einiges nicht bedacht

Ein Sofa, das der Kunde zuhause aufblasen kann. Die Idee dahinter habe sich an die fünf Prinzipien von Ikea gehalten, erklärte Engman: Form, Funktion, Qualität, Nachhaltigkeit und geringe Kosten. 

“Als wir feststellten, dass jedes Haus einen Föhn hat, entstand die Idee, dass die Leute das Sofa damit schnell aufblasen können”, zitiert “News.com” den Designer weiter.

Das Problem: Ikea sei davon ausgegangen, dass die Kunden das Sofa mit einem auf Kaltluft eingestellten Föhn aufblasen würden. Ein Fehler. Die Hitze schmolz den Kunststoff des Sofas. 

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Ein aufblasbares Sofa von Ikea.

Ein weiteres Problem sei gewesen, dass das Ventil nachgab – und verschiedene Teile des Sofas absackten. Kein echtes Vergnügen.

Dazu kam: Das Sofa sollte leicht sein, damit die Kunden es bequem hochheben und auch darunter putzen konnten.

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Leicht war das Ikea-Sofa jedenfalls. 

Aber: “Wir dachten nicht daran, dass etwas so Leichtes dazu neigt, nicht fest zu stehen. Man schwebte förmlich durchs Wohnzimmer”, erinnert sich Engman. 

Ikea habe viel Geld verloren, gab der Designer zu. Überraschenderweise ist er aber stolz darauf, am Scheitern mitverantwortlich gewesen zu sein. 

Das aufblasbare Desaster sei eine Lektion für ihn gewesen, sagte Engman. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost Frankreich und wurde von Leonhard Landes ins Deutsche übersetzt.  

(ben)