ELTERN
12/10/2018 13:18 CEST | Aktualisiert 12/10/2018 13:24 CEST

Eltern: Ihr sprecht zu wenig mit euren Kindern über Sex – neue Studie warnt vor den Folgen

Liebe Eltern, einmal über "Bienchen und Blümchen" reden reicht nicht aus.

ka2shka via Getty Images
Früher konnten Jugendliche einen Blick in die Bravo werfen, heute bekommen sie durch das Internet schon oft sehr früh einen ersten Einblick.
  • Vielen Eltern ist es unangenehm, ihre Kinder aufzuklären.
  • Eine neue Studie zeigt, dass Kinder ein gesünderes Sexleben haben, wenn ihre Eltern regelmäßig mit ihnen über Sex sprechen.

Irgendwann stellt sich jedes Kind die Frage: “Wie kommt das Baby in den Bauch?” und konfrontieren damit die Eltern. Die reagieren dann erst mal peinlich berührt, wissen gar nicht, wie detailliert sie antworten sollen oder versuchen sogar das Thema zu wechseln.

► Besonders Eltern mit Teenagern fällt es meist schwer, das Gespräch über Sexualität und Verhütung anzukurbeln.

Früher konnten Jugendliche einen Blick in die Bravo werfen, heute bekommen sie durch das Internet schon oft sehr früh einen ersten Einblick in die Sexualität. Doch der richtige Umgang damit wird selten mit den Eltern besprochen.

Mehr zum Thema: Sexualberaterin: So müsst ihr eure Kinder aufklären

Ein einziges Gespräch reicht nicht aus

Dabei ist es laut einer neuen Studie des “Journal of Adolescent Health” wichtig, dass wir mit unseren Kindern über Aufklärung sprechen – und das nicht nur einmal.

► “Unsere momentane Kultur ist äußerst sexualisiert, so bekommen Kinder in Bruchstücken schon sehr viel über Sexualität mit”, erklärt Laura Padilla-Walker, die Autorin der Studie, in der Veröffentlichung.

“Durch die Forschung wurde klar, dass Aufklärung durch die Eltern einen großen Einfluss auf die gesunde Entwicklung eines Kindes hat. Jedoch reicht es nicht aus, wenn die Eltern ein einziges, unangenehmes Gespräch führen – das womöglich auch noch einseitig ist.”

Eltern sprechen kaum mit ihren Kindern über Sexualität

Laura Padilla-Walker, Professorin der Brigham Young University, hat für die Studie 468 Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahre sowie deren Eltern befragt – 157 von den Kindern nahmen nur mit der Mutter teil.

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Über zehn Jahre hinweg kontaktierte Padilla-Walker die Familien jedes Jahr, um herauszufinden, ob und wie sie über Sexualität und Verhütung gesprochen haben.

► Das Ergebnis: Eltern und ihre Kinder verbringen nicht sehr viel Zeit damit, über diese Themen zu sprechen. Und wenn, dann sind es meistens die Eltern, die mit ihren Kindern darüber sprechen möchten. 

Jedoch stellte sich auch heraus, dass in Familien, in denen regelmäßig über Sexualität gesprochen wurde, die Kinder eher verhüten.

Kinder sollten auf keinen Fall abgeschreckt werden

“Egal ob Eltern denken, sie würden oft über Sexualität sprechen, ihre Kinder berichten eher davon, dass das Kommunikations-Level in der Hinsicht niedrig ist”, sagt Padilla-Walker.

“Also müssten Eltern mehr über Sex sprechen – auch wenn sie denken, dass sie bisher hinreichende Arbeit geleistet haben.”

Die Professorin fordert: Wir sollten immer wieder mit unseren Kindern über Sexualität sprechen – denn sie fand auch heraus, dass regelmäßige Gespräche den Kindern und Jugendlichen die Gewissheit geben, sich mit Fragen und Sorgen an ihre Eltern wenden zu können.

► Padilla-Walker warnt die Eltern jedoch davor, ihre Kinder abzuschrecken.

Denn wenn über Sexualität unter Scham und Angst erklärt wird, wirkt sich das ebenfalls auf das Kind und sein Sexual-Empfinden aus.

“Eltern sollten regelmäßig mir ihren Kindern über die vielen Aspekte der Sexualität sprechen, so, dass sich das Kind wohl und gehört fühlt – aber niemals beschämt”, sagt die Forscherin.

(nmi)