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18/03/2018 16:10 CET | Aktualisiert 18/03/2018 16:10 CET

"Ich wollte ein Instagram-Star werden - jetzt bin ich finanziell ruiniert"

Die Schulden wuchsen und wuchsen

Instagram gilt als eines der beliebtesten sozialen Netzwerke. Hier basiert vieles -wenn nicht alles- auf Bildern. Menschen zeigen anhand von Fotos ihr hippes Leben, teure Accessoires und den neuen Wagen in der Garage. Was leider nur allzu oft vergessen wird: hinter all den Filtern, hinter all dem schönen Schein kann sich eine Traumwelt verbergen. Eine Welt, die der Accountbesitzer nicht nur anderen, sondern auch nur allzu oft sich selbst vorgaukelt.

Wie gefährlich das Projekt “Instagram“ wirklich sein kann, zeigte unlängst eine junge Dame mit dem Namen Lisette Calveireo. Sie zog von Miami nach New York und teilte ihre Erlebnisse über ihren Instagram Account. Soweit nicht ungewöhnlich. Wieso erklärte sie dann vor Kurzem in einem Interview mit der New York Post, ihr Leben sei “eine Lüge“ gewesen?

Die Welt, wie sie auf Instagram dargestellt wird, entspricht in vielen Fällen nicht der Realität. Bildquelle: tulpahn - 241551949 / Shutterstock.com

Eine finanzielle Fehlentscheidung und die Suche nach Likes

Lisette fand offensichtlich schnell Gefallen daran, einen möglichst aufwendigen, luxuriösen Lebensstil mit ihren Followern zu teilen. Daher wurden alle Erlebnisse, wie Reisen, Shoppingtrips und Restaurantbesuche, fast schon akribisch dokumentiert. Dass es sich hierbei nicht nur um einen angenehmen Zeitvertreib, sondern auch um ein entsprechend kostspieliges Unterfangen handelte, versteht sich von selbst. Auch viele Stars nutzen ihren Instagram Account, um im Gespräch zu bleiben. “Normalsterbliche“ wie Lisette kommen hierbei jedoch oft an ihre finanziellen Grenzen.

Sie nahm schlussendlich einen Kredit auf, um ihren Lebensstil weiter halten zu können. Jedoch war es in erster Linie nicht ihre Absicht, mit ihrem Instagram Account Geld zu verdienen, sondern vielmehr die Bewunderung ihrer Follower zu genießen. Schnell lebte sie über ihre Verhältnisse.

Die Schulden wuchsen und wuchsen. Bis sie schließlich einen Wert von 10.000 Dollar erreichten.

Kredite aufnehmen? Ja, aber bitte überlegt!

Die Aufnahme von Krediten ist oft unglaublich praktisch. Größere Investitionen können somit weitestgehend sorgenfrei realisiert werden. Wichtig ist es jedoch auch, die Kehrseite der Medaille zu beachten. “Nicht selten passiert es, dass Kredite unüberlegt aufgenommen werden“, erzählte uns ein Finanzberater von kredit.de. Und genau hierin liegt -sowohl für junge als auch für ältere Menschen- das Problem.

Wer sich hier verkalkuliert läuft Gefahr, die Raten nicht mehr aufbringen zu können. Die Schuldenspirale beginnt, sich zu drehen. Gefährlich wird es auch dann, wenn beispielsweise eine Kreditkarte immer wieder ins Minus läuft. Die Zinsen sind hierbei oft höher als beim klassischen Kleinkredit.

Was sollte vor der Aufnahme eines Kredites beachtet werden?

Generell spricht selbstverständlich nichts dagegen, im Zusammenhang mit bestimmten Investitionen, einen Kredit aufzunehmen. Vor allem mit Hinblick auf die Anschaffung von Autos oder die Realisierung der Traumreise handelt es sich hierbei um kein seltenes Procedere. Dennoch sind vor der Aufnahme eines Darlehens unter anderem folgende Fragen zu beantworten:

· Welche Ratenhöhe kann ich mir -realistisch betrachtet- leisten?

· Brauche ich eventuell einen Bürgen, um meine Kreditwürdigkeit zu unterstreichen?

· Welche Angaben sind in der Schufa über mich gespeichert?

· Habe ich einen Plan B, falls ich meine Raten nicht mehr Zahlen kann?

· Welcher Anbieter ist seriös und verlangt vergleichsweise niedrige Zinsen?

Zudem gilt auch, eine Entscheidung zu einem Kredit nicht vorschnell zu treffen. In der Regel ist es sinnvoll, mehrere (!) Nächte hierüber zu schlafen und möglichst viele Anbieter miteinander zu vergleichen.

Lisette und ihr “neues“ Leben

Laut Bericht der “New York Times“ lebt Lisette nun in einer WG, hat ihre Schulden abbezahlt und hat ihren Lebenswandel an ihr tatsächliches Einkommen angepasst. Einige alte Fotos finden sich auch heute noch auf ihrem Instagram Account. Die Zeiten, in denen sie anderen ein Luxusleben vorgaukelte, sind jedoch vorbei.

Und ein wenig Glamour kann sie dennoch genießen. Wie? Sie trägt oft Klamotten, die sie nach dem Tragen wieder an den Anbieter zurückschicken kann. Auch die Anzahl der Restaurantbesuche ist weniger genworden. Urlaub findet nur noch zu Erholungszwecken und deutlich seltener statt.

Die Entscheidung, sich vorschnell für einen Kredit zu entscheiden, bereut Lisette sicherlich noch heute. Sie selbst sagt, dass es ihr Sorgen bereite, wenn Mädchen auf Instagram sich Gedanken um ihr Ansehen bei ihren Followern machten. Hätte sie selbst schon früher so gedacht, hätte auch Lisette sicherlich viel Geld sparen können.

Bildquelle: tulpahn – 241551949 / Shutterstock.com