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04/06/2018 17:51 CEST | Aktualisiert 04/06/2018 18:14 CEST

Plogging: Wie Menschen während dem Joggen die Welt verbessern können

"Wir trainieren unsere Fitness und verbessern gleichzeitig die Umwelt."

  • Mit dem neuen Fitness-Trend “Plogging” trainieren Jogger gleichzeitig ihre Fitness und befreien die Umwelt von Müll.
  • HuffPost-Reporterin Christine Riemann hat “Plogging” in München getestet.
  • Oben im Video seht ihr, wie viele Menschen bereit sind, beim Sport die Welt zu verbessern. 

Die schönsten Strände der Welt versinken in Bergen von Abfall. Meerestiere sterben qualvoll, weil sie Plastikmüll schlucken oder sich daran verletzen.

Oder hierzulande: 17 Millionen Tonnen Verpackungsmüll produzierten die Deutschen im vergangenen Jahr. Und es werden immer mehr. Nicht nur in Deutschland, sondern in nahezu jedem Land.

Die Entwicklungen sind alarmierend. Unsere Natur vermüllt.

► Um dem etwas entgegenzusetzen, haben Schweden einen Fitness-Trend erschaffen: “Plogging”.

Das Wort setzt sich zusammen aus “Jogging” und “plocka”, zu deutsch: sammeln. Beim “Plogging” nehmen Jogger Tüten mit und sammeln beim Laufen Müll auf.

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Neuer Fitness-Trend: Plogging

Die etwas andere Sportart ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht das Joggen auch noch effektiver. Der Grund: Durch das Bücken, Vorbeugen und in die Knie gehen, trainiert der Läufer zusätzliche Muskeln. 

Mittlerweile folgen Menschen auf der ganzen Welt dem Trend. Und das ist auch gut so. 

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist das Abfallaufkommen in Deutschland im Jahr 2016 auf 411,5 Millionen Tonnen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 2,3 Prozent mehr Müll.

Wie das Magazin “Science Advances” schreibt, habe die Globalisierung eine große Mitschuld an der hohen Müllproduktion. Vor allem durch den Internet-Versandhandel und Essen und Trinken “to go” wird extrem viel Abfall produziert. 

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Jogger weltweit folgen dem Trend

Fleißige Plogging-Anhänger wollen das verhindern.

Eine Amerikanerin schreibt auf Instagram, dass sie während eines zweistündigen Laufs mehr als acht Kilogramm Müll eingesammelt hat. 

“Leider gibt es viel zu viele Becher, Flaschen, Dosen und nicht biologisch abbaubare Plastiktüten da draußen. Kommt schon, Menschen. Lasst uns besser sein”, heißt es in ihrem Post.

Eine deutsche Ploggerin fordert ihre Follower auf, bei dem neuen Trend mitzumachen. Sie schreibt auf Instagram: “Es ist nicht peinlich sich einen Handschuh und Beutel zu schnappen, um der Natur (unserem Nachbarn) ein bisschen unter die Arme zu greifen.”

Alle, die dem Trend folgen, sind sich einig: Sport treiben und gleichzeitig die Welt besser machen war noch nie so einfach.

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(jds)