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09/08/2018 12:00 CEST | Aktualisiert 09/08/2018 13:05 CEST

"Bachelorette"-Sieger David Friedrich: So rechnet er mit dem RTL-Format ab

“Ich hasse solche Machos. Das geht gar nicht. Der Hampelmann hat einfach das Prinzip dieser Sendung nicht gecheckt.”

19:07 Uhr. Verdammt. Vor sieben Minuten war ich bereits mit David Friedrich in seinem Heimatort Moers verabredet. Von seinem Manager hatte ich die Adresse, pünktlich war ich auch.

Und dennoch stehe ich planlos auf einer Straße irgendwo in Nordrhein-Westfalen. Als ich an die besagte Tür komme, starre ich auf die Namensschilder. Ob David wohl gar nicht Friedrich mit Nachnamen heißt? Seinen Namen kann ich zumindest auf keinem der Klingelschilder entdecken.

Verzweifelt klingle ich bei jedem Hausbewohner. Eine ältere Dame kommt an die Tür und erklärt mir, dass hier ausschließlich alte Menschen wohnen. Von Friedrich keine Spur.

Im Video seht ihr, was David Friedrich über die aktuelle Staffel “Bachelorette” zu sagen hat.

Ich klappere die ganze Straße ab, spreche wildfremde Menschen an. Da sehe ich einen Mann auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Gartenzaun stehen. Instagram sei Dank weiß ich sofort: Es ist Friedrichs bester Freund Kamil. 

Ich laufe ihm entgegen, froh, dass ich nicht umsonst hierher gekommen bin. In diesem Moment kommt auch Friedrich durch der Terrassentür.

Wie sich herausstellt, hatte sein Manager mir eine falsche Hausnummer notiert.

David Friedrich über “Bachelorette”: “Ich finde, man soll dort eine gute Zeit haben, es ist ein großes Abenteuer”

Es kommt mir vor, als würde ich einen alten Kumpel besuchen. Jemanden, den ich bereits kenne, aber einfach seit längerer Zeit nicht mehr gesehen habe.

Wir reden über dies und jenes und kichern, als ich meine Geschichte von der älteren Dame erzähle.

Als wir auf seinen Sieg bei “Bachelorette” 2017 zu sprechen kommen, gibt David zu, dass er nur aus Spaß an dem TV-Format teilgenommen hat.

“Ich finde, man soll dort eine gute Zeit haben, es ist ein großes Abenteuer. Die Krönung wäre natürlich, wenn man sich auch noch die Frau verliebt, die RTL für einen aussucht.”

Allerdings: Die Beziehung zu Ex-“Bachelorette” Jessica Paszka hielt dem Alltagsdruck nicht stand. 

Screenshot RTL
Friedrich und "Bachelorette" Jessica Paszka verliebten sich 2017 beim Dreh in Südafrika.

Er stört sich an der “Dummheit einiger Kandidaten”

Dennoch bereue er die Teilnahme an der Sendung nicht.

Was ihn aber seitdem nerve: “Alle Leute, die denken, sie könnten nach so einem TV-Format automatisch Promi werden. Es ist so ein Schwachsinn. Die Leute sind so hart fake. Und nach zwei Jahren hat man sie eh schon vergessen.”

Außerdem meint Friedrich: “Menschen, die Promis sind – oder werden –, haben vor der Teilnahme meist schon etwas geleistet. Einer, der nur ins Haus kommt und meint, von paar Folgen über Nacht super berühmt zu werden, ist dumm. Die bleiben auch nur Z-Promis.”

Was ihn auch störe, sei die “Dummheit einiger Kandidaten”, die das Prinzip des Formats offenbar noch nicht verstanden hätten.

So zum Beispiel Kandidat Kevin, dem Friedrich den liebevollen Spitznamen Hampelmann verpasst hat.

Der Grund: Kevin interessiert sich offensichtlich nicht genug für “Bachelorette”-Nadine.

Stattdessen sitzt er bei der Nacht der Rosen mit Hausbewohner Eddy auf einem Sofa und kapselt sich komplett von der Gruppe ab. Auch von Nadine hält er lieber Sicherheitsabstand.

 

“Der Hampelmann hat einfach das Prinzip dieser Sendung nicht gecheckt”

Zudem lässt er einen Macho-Spruch nach dem anderen ab. Unter anderem vergleicht er sich sich mit einem Ferrari:

“Die hat bisher nur Lappen gedatet, ich bin ein Mann und weiß, was ich will. Ich bin ein Ferrari, den brauchst du nicht Probe fahren. Wenn du mit Peugeot fahren willst – da oben sind nur Peugeots. Kaputte. Ohne TÜV.”

– Kandidat Kevin über seine “Bachelorette”-Mitstreiter

Blöd nur, dass eben die kaputten Peugeots weiterkommen – und Hampelmann Kevin nicht.

Für Ex-Sieger David Friedrich eine Genugtuung: “Ich hasse solche Machos. Das geht gar nicht. Der Hampelmann hat einfach das Prinzip dieser Sendung nicht gecheckt.”

Screenshot RTL
"Ferrari" Kevin blieb auf halber Strecke liegen.

Friedrich hatte das Konzept 2017 verstanden – und sich damals als letzter Peugeot die Rose von Jessica Paszka ergattert.

“Auch wenn ich viele Erfahrungen aus der Zeit mitgenommen habe und die Teilnahme nicht bereue – ein zweites Mal würde ich das nicht mehr tun.” 

David über RTL: “Da wird gar nichts gefaked”

David betonte, dass er gegen den Sender nichts auszusetzen habe. Als ich wissen will, wie viel an der Sendung konstruiert ist, meint er: “Da wird gar nichts gefaked. Nicht mal ansatzweise. Uns wurde nie etwas in den Mund gelegt. Das kam alles immer von uns selbst.”

Dennoch sagt er:

“Das Format an sich ist aber scheiße. Ernsthaft verlieben kann man sich da sowieso selten. Und mit 17 oder noch mehr Männern um eine Frau zu konkurrieren ist bitter. Deswegen wollte ich ja schon kurz nach Start alles beenden, wurde aber doch noch überredet. Ich habe zwar letztlich gewonnen, aber am Ende hat mir das gar nichts gebracht.“

(amr)