POLITIK
20/06/2018 00:00 CEST | Aktualisiert 20/06/2018 16:28 CEST

Julia aus den USA: "Ich dachte, ich wäre schon ziemlich deutsch"

Julia erzählt ihren Weg von den USA nach Deutschland.

Julia ist in Kalifornien in den USA geboren und aufgewachsen. Da beide Eltern aus Deutschland stammen, die Familie oft in Deutschland Urlaub gemacht hat und Julia so teils mit der deutschen Kultur aufgewachsen ist, hielt sie sich eigentlich immer für sehr deutsch.

Heute muss Julia über ihre frühere Selbsteinschätzung schmunzeln. Im August 2015 zog sie tatsächlich nach Deutschland, um das Land, das in ihrer Familie eine so große Rolle spielt, selbst zu erleben und in München Anglistik und Kommunikationswissenschaften zu studieren. 

Und Julia stellte fest: So deutsch war sie dann doch nicht. Obwohl sie die Sprache kannte, fiel es ihr schwer, Freundschaften zu schließen. Sie erlebte die Deutschen als verschlossen und von Small Talk schnell genervt. Mittlerweile gefällt ihr gerade die zurückhaltende Art der Deutschen und die übertriebene Freundlichkeit der Amerikaner, wie sie es nennt, geht ihr auf den Keks. 

Deutschland als neues Zuhause

Julia fühlt sich wohl in Deutschland. Mehr noch: Sie fühlt sich zu Hause und will langfristig bleiben.  

Im ersten Jahr in Deutschland hatte Julia größtenteils internationale Freunde. Dann kamen mehr und mehr Deutsche dazu. Heute arbeitet Julia nebenher in einer deutschen Filmproduktionsfirma, um ihr Studium zu finanzieren.

  • Die USA im Jahr 2015: Bei einem Terroranschlag in einem Sozialzentrum im kalifornischen San Bernardino sterben 14 Menschen. Die Attacke gilt als schwerster islamistischer Anschlag in den USA seit 9/11.
  • Deutschland im Jahr 2015: Die Flüchtlingskrise erreicht ihren Höhepunkt und löst eine heftige Debatte über über die Asyl- und Flüchtlingspolitik der Europäischen Union und der Bundesrepublik aus.

Julia schätzt viele Dinge an Deutschland

Es gibt viele Dinge, die sie an Deutschland schätzt. Eines davon ist ein Privileg, das wohl vielen Deutschen gar nicht auffällt, weil sie es nicht anders kennen: In der Regel ist ein Studium hierzulande sehr viel preiswerter als etwa in den USA.

Das ist nicht nur eine Chance für Studenten, die sich die Uni sonst nicht leisten können. Es ist viel mehr als das: eine Chance für die Gesellschaft, weil das Potenzial dieser jungen Leute nicht ungenutzt bleibt.

Im Video oben erzählt Julia ihre Geschichte.

(ll)

2010 bis 2018

 

Das Video zur Aktion “Schwarz-Rot-Bunt”: