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25/02/2019 14:46 CET | Aktualisiert 26/02/2019 12:42 CET

Hunden wurden Ohren und Schwanz abgeschnitten: Polizisten befreien die Welpen

Die Hunde mussten unter miserablen Bedingungen leben.

  • Polizeibeamte haben in Sachsen-Anhalt 15 Hunde, die von der Züchterin misshandelt wurden, befreit. 
  • Eine 54-jährige Frau hatte seit Jahren über das Internet sogenannte kupierte Dobermänner angeboten.
  • Im Video oben seht ihr einen ähnlichen Vorfall: Polizei rettete misshandelten Welpen – nun hat der Hund einen Job.

Bei einer Razzia in Wienrode in Sachsen-Anhalt ist es Polizeibeamten gelungen, 15 Hunde, darunter auch Welpen, aus den Zwängen einer Züchterin zu befreien.

Die 54-jährige Frau hatten den Tieren die Ohren und Schwänze abgeschnitten und die sogenannten kupierte Dobermänner über das Internet verkauft. Das teilte eine Polizeisprecherin am Donnerstag mit.

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PETA Deutschland e.V.
Einer der Junghunde, der von seiner Besitzerin misshandelt wurde.

Kupieren aus optischen Gründen gilt als Misshandlung

“Wir sind durch Recherchen der Tierschutzorganisation Peta auf den Fall aufmerksam geworden“, sagte die Beamtin.

Das Kupieren von Ohren und Schwänzen aus ästhetischen Gründen ist in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz verboten und gilt als Misshandlung. Erlaubt ist es nur in Ausnahmefällen, etwa wenn es medizinisch notwendig ist.

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Anna Walker, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, sagte dem Sender “RTL”:

“Hunde aufgrund eines fragwürdigen ‘Schönheitsideals’ zu verstümmeln und ihnen damit körperliche und seelische Schmerzen zuzufügen, ist in höchstem Maße tierschutzwidrig.”

Hunde-Welpen vegetierten in ihren eigenen Fäkalien vor sich hin

Die Beamten durchsuchten demnach am Donnerstagmorgen die Wohnungen der Frau in Wienrode sowie ihres 59-jährigen Lebensgefährten in Blankenburg. Mit Unterstützung von Feuerwehr und des Veterinäramtes fanden sie die 15 Tiere. In der Mitteilung von Peta wird deutlich, in welcher Qualzucht sich die Hunde befanden:

“Isoliert von ihrer Mutter vegetierten die Hundekinder dort in ihren eigenen Fäkalien vor sich hin.”

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Während der Durchsuchung erschienen zwei Käufer im Haus, die jeweils einen Junghund abholen wollten. Die Ermittlungen sind laut Polizei noch nicht abgeschlossen.

“Wir werten jetzt sichergestellte Daten aus“, erklärte die Polizeisprecherin. Das werde noch einige Zeit dauern. Die geretteten Hunde kamen in nahe gelegene Tierheime.

(chr)