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19/10/2018 10:17 CEST | Aktualisiert 19/10/2018 10:18 CEST

Hund als Lebensretter: Obdachloser erzählt, wie sein Hund ihn am Leben hält

"Es ist, als hätte man ein zweites Herz, das neben dem eigenen schlägt."

Anadolu Agency via Getty Images
Ein Obdachloser Mann mit seinem Hund in London. 
  • Der britische Obdachlose Andy war jahrelang abhängig von Heroin und Crack – bis er einem Bettler einen Hund abkaufte.  
  • “Er hat mich gerettet”, erzählte Andy nun dem Sender Channel 4 über seinen Freund Bailey. 

“Dieser Hund rettet mir jeden Tag mein Leben”, sagt Andy in die Kamera. Er hat seinen Freund Bailey auf dem Arm. 

Andy ist obdachlos, seit Jahren, erzählt er dem britischen Sender Channel 4. “Wenn man obdachlos ist, dann kann die Welt wirklich sehr undankbar sein”, sagt er. 

Er sei lange abhängig von Drogen gewesen, berichtet Andy. Crack, Heroin, für fast 15 Jahre. “Ich war immer mal wieder im Gefängnis, ich war für niemanden gut, ich war für mich nicht gut. Das war keine Existenz”, sagt Andy. 

Doch dann habe er einen vier Woche alten Hund von einem Bettler abgekauft – und sein Leben habe sich vollkommen verändert. 

Obdachloser Andy über seinen Hund: “Er ist einfach immer für mich da”

“Ich brachte ihn zum Tierarzt, der fand heraus, dass sie Bailey mit Valium vollgepumpt haben, damit er nicht nach seiner Mama schreit”, erzählt Andy im Interview mit Channel 4. 

Er fasste einen Entschluss: “Ich musste ihn von dem Zeug runter kriegen. Und ich musste selbst von dem Zeug weg.”

Und Andy hat Erfolg: “Seit ich ihn habe, habe ich keine harten Drogen mehr angefasst. Er ist einfach immer für mich da.”  

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Andy wollte sich umbringen – sein Hund überzeugte ihn vom Leben

Trotzdem blieb das Leben für Andy schwer. 

“Eines Tages stand ich sogar auf der Brücke, ich wollte mich hinabstürzen”, erzählt er. “Und ich hatte Bailey bei mir, und fragte mich, ob ich ihn mitnehmen soll. Das war mein Tiefpunkt.” 

Aber Andy springt nicht. Wegen Bailey.

“Ich saß einfach ein paar Stunden da, starrte ihn an. Er hat mich vom Leben überzeugt. Da war eine Kommunikation, nicht mit Worten, aber sie war da. Er hat mich immer wieder hochgezogen, er ist ein Lebensretter.”

Sein Hund habe ihm einen positiveren Blick auf das Leben ermöglicht, sagt Andy. Als Obdachloser, den alle Menschen auf der Straße ignorieren, rede man sich schnell ein, dass man wertlos sei. 

“Aber er braucht mich. Für sein Essen, für Liebe und zum Spielen. Er gibt mir eine Rolle im Leben. Eine kleine, aber sie ist ein Grund, morgens aufzustehen und sich zu zusammenzureißen.”

Doch vor allem liebt Andy seinen Bailey aus einem einfachen Grund: “Es ist das Zusammensein.“Es ist, als hätte man ein zweites Herz, das neben dem eigenen schlägt.”

(lp)