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27/06/2018 18:48 CEST | Aktualisiert 27/06/2018 22:55 CEST

Nach WM-Debakel: Hummels spricht aus, was monatelang viele ignorierten

“Das ist ganz schwierig in Worte zu fassen.”

  • Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheidet zum ersten Mal in einer Vorrunde einer Weltmeisterschaft aus. 
  • Die DFB-Elf verlor nach einem schwachen Auftritt mit 2:0 gegen Südkorea.
  • Wie geht es nun weiter? Bleibt Jogi Bundestrainer? Alle relevanten Stimmen zum WM-Aus seht ihr im Video oben. 

Ein miserabler Auftritt der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die DFB-Elf scheidet nach einer 0:2-Niederlage gegen Südkorea aus. Historisch. Noch nie war für eine deutsche Mannschaft in der Vorrunde einer Weltmeisterschaft Schluss.

Mats Hummels war der erste, der sich den Fragen am ZDF-Mikro stellte – und rang offensichtlich mit der Situation. “Das ist ganz schwierig in Worte zu fassen”, sagte der Verteidiger. Nachdem er sich gesammelt hatte, analysierte er die Niederlage. Und das überraschend treffend so kurz nach dem Spiel. 

Mehr zum Thema: “99 Minuten Folter”: Deutschland scheidet in der WM-Vorrunde aus – alle Stimmen zum Debakel

Geständnis von Mats Hummels

“Wir haben einfach unsere Chancen nicht genutzt”, sagte er. Chancen für die Deutschen waren aber eher Mangelware. “Den einen Kopfball in der 68. Minute muss ich machen”, sagt Hummels selbstkritisch. 

“Wir sind ab der 65. Minute hektisch geworden, haben einfach zu viele Fehlpässe gespielt und unsere Struktur verloren”, sagte Hummels. Was sich im Team ändern muss, will Hummels nicht öffentlich vor der Kamera sagen: “Welche Punkte wir ändern müssen, möchte ich öffentlich nicht sagen.”

Er gesteht am Mikro: “Das letzte überzeugende Spiel haben wir im Herbst 2017 abgeliefert. Das ist ein bisschen lange her.” 

Ein klare Kritik an der Haltung, die die DFB-Offiziellen von Bundestrainer Jogi Löw bis Manager Oliver Bierhoff in den vergangenen Monaten während der Vorbereitung an den Tag legten.

Die Niederlage gegen Österreich. Ein knapper Sieg gegen Saudi-Arabien. Das Signal danach immer: Vorbereitung ist das eine, bei der WM zeigen wir ein anderes Gesicht.

Trainer Löw selbst sprach im Interview nach dem Südkorea-Spiel von einer “gewissen Selbstherrlichkeit vor dem Mexiko-Spiel” (dem ersten Auftritt bei der WM). Das sagt alles.

Mehr zum Thema: “Geht auf seine Kappe”: Löw nach Vorrunden-Aus gegen Südkorea als Bundestrainer vor dem Ende?

Nach dem WM-Aus wissen wir nun spätestens: Die schwachen Leistungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Monaten wiederholten sich bei der WM. Das Team war nicht in der Lage, seine Performance zu steigern.

ZDF-Experte Christoph Kramer ordnete die Leistung der Deutschen Mannschaft bei der WM in Russland ähnlich ein: “Wir haben von der Nationalmannschaft in letzter Zeit einfach nicht den Fußball gesehen, den wir gewohnt sind.”

(ben)