POLITIK
04/08/2018 17:31 CEST

Theologe Richter zum Rechtsruck: "Leute aus Kammer der Idiotie herausholen"

HuffPost-Podcast "Borschtsch & Bananenweizen"– Folge 7: Frank Richter.

Marco Fieber / HuffPost
Frank Richter in der Altstadt von Meißen.

Der Theologe Frank Richter war während des Zusammenbruchs der DDR einer der führenden Köpfe der Dresdner Bürgerrechtsbewegung. Nach dem Fall der Mauer arbeitete er als Pfarrer und Lehrer und war in der politischen Bildung tätig. 

Nun ist er in die aktive Politik zurückgekehrt. Richter will Oberbürgermeister in der sächsischen Kleinstadt Meißen werden – weil ihn die derzeitige “unübersichtliche politische Lage” umtreibt, wie der 58-Jährige im HuffPost-Podcast “Borschtsch & Bananenweizen” erzählt.

Vor allem Populisten von Rechts “machen sich die Unsicherheiten und Ungewissheiten der Menschen zu nutzen”, sagt Richter.

“Das will ich mir nicht gefallen lassen”, betont er mit Blick auf das Bundestagswahlergebnis der AfD in Sachsen.

Kammern der Idiotie

Richter warnt: Viele Menschen “bauen sich ihre eigenen, kleinen Welten, die zwar in sich funktionieren, aber keinen Bezug zur realen Welt haben.” 

Diese Barriere zu durchbrechen sei die Aufgabe aller.

“In der Demokratie hat jeder Idiot hat das Recht, immer wieder mit einem vernünftigen Gegenargument konfrontiert zu werden, um aus seiner Kammer der Idiotie herausgeholt zu werden”, sagt Richter.

Der Theologe drängt genau deshalb immer wieder auf einen Dialog.

Der HuffPost-Podcast:

  • In unserem Podcast “Borschtsch & Bananenweizen” spricht HuffPost-Redakteur Marco Fieber mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur über Ostdeutschland, die dortigen Probleme und Herausforderungen, aber auch Besonderheiten und Erfolge.
  • In den samstags erscheinenden Folgen reden wir über die Unterschiede, die es noch immer zwischen Ost und West gibt, und darüber was die Menschen in den neuen Bundesländern bewegt. 
  • Wir wollen aber mit unseren Interviewpartnern auch darüber sprechen, was den Osten so einzigartig und besonders macht.

“Pegida stellt wichtige Fragen – aber die Antworten sind demokratieschädlich”

So war es auch während Richters Zeit als Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Nach dem Anstieg islam- und fremdenfeindlicher Demonstrationen in seinem Bundesland bemühte sich Richter um einen Austausch zwischen Pegida-Anhängern und -Gegnern – und bekam deswegen das Label “Pegida-Versteher” verpasst.

Nach wie vor sagt Richter: “Die Themen bei Pegida sind durchaus interessant, die Fragen, die dort gestellt werden, sind wichtig. Aber die Antworten, die gegeben werden, sind gefährlich und demokratieschädlich.”

Doch gerade anfangs seien “die richigen Leute in den falschen Händen gelandet”

Was Richter damit genau meint, welche Bedeutung die Generation der 68er seiner Meinung nach für die demokratische Entwicklung der Bundesrepublik hatte und warum er glaubt, dass gerade Männer zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Meinungen neigen, erfahrt ihr im Podcast, den ihr auch auf Spotify und bei iTunes anhören könnt.

(jg)