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14/08/2018 15:20 CEST | Aktualisiert 14/08/2018 16:52 CEST

Hüftdysplasie: Das bedeutet eine Hüftreifestörung für euer Kind

Hüftdysplasie ist eine Skelettfehlbildung, die bei Neugeborenen auftritt. Lest hier, was die Diagnose bedeutet und wie die Therapie verläuft.

Thanasis Zovoilis via Getty Images
Bei etwa 25 Prozent der Kinder wird eine Hüftgelenkstörung festgestellt. In den meisten Fällen reicht es aus, die Kinder in den nächsten Wochen breit zu wickeln.
  • Hüftdysplasie ist eine Skelettfehlbindung, bei der die Hüftpfanne dem Hüftkopf keinen stabilen Halt bietet
  • Die Therapie erfolgt mithilfe einer Spreizhose bzw. Spreizschiene, die mehrere Wochen am Stück vom Baby getragen wird

Hüftdysplasie tritt bei etwa vier Prozent der Neugeborenen auf. Bei dieser Beeinträchtigung bietet die unausgereifte Hüftpfanne dem Hüftkopf keinen stabilen Halt. In schwerwiegenden Fällen besteht die Gefahr, dass der Oberschenkelknochen aus der Gelenkpfanne herausrutscht.

Wird die Hüftdysplasie frühzeitig festgestellt und konsequent behandelt, kann die Therapie innerhalb von wenigen Wochen erfolgreich abgeschlossen werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Hüftdysplasie sind nicht bekannt. Es gibt Faktoren, die das Risiko erhöhen:

  • Mehrlingsgeburten und Beckenendlage führten zu beengenden bzw. ungünstigen Verhältnissen im Mutterleib
  • Mädchen sind eher betroffen als Jungen
  • Hüftdysplasie kam in der Familie vor
  • Das Kind leidet bereits an angeborenen, neurologischen oder muskulären Erkrankungen

Diagnose

Je früher die Hüftdysplasie diagnostiziert und behandelt wird, desto schneller ist der Heilungsprozess und desto höher sind die Chancen einer vollständigen Genesung. Bei den Vorsorgeuntersuchungen U2 bzw. U3, die in den ersten Lebenswochen stattfinden, untersucht der Kinderarzt die Hüften des Kindes mithilfe eines Ultraschallgeräts.

Bei etwa 25 Prozent der Kinder wird eine Hüftgelenkstörung festgestellt. In den meisten Fällen reicht es aus, die Kinder in den nächsten Wochen breit zu wickeln, zum Beispiel mithilfe einer zweiten Windel.

Behandlung

Wenn das Breitwickeln keinen Erfolg brachte oder eine Hüftdysplasie diagnostiziert wurde, benötigt das Kind eine Spreizhose oder eine Spreizschiene, die die Hüftgelenkstörung therapieren soll. In beiden Fällen wird sie bis zur Ausheilung getragen. Sind die Gelenke ausgerenkt, ist gar ein Gips für die Behandlung notwendig.

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Den Eltern fällt es oft schwer, den Alltag ihres Kindes mit Schienen und Gips zu meistern. Dem Baby bereiten die Spreizhose oder der Gips jedoch keine großen Unannehmlichkeiten, denn sie befinden sich in der gewohnten Position, die sie aus dem Mutterleib kennen.

Wirkweise

Bei der Hüftdysplasie bekommt das Baby eine Orthese, die durch die Beuge-Spreizhaltung dem Pfannendach eine Nachreifung ermöglicht. Die Orthese muss durchgehend getragen werden. Nur zum Wickeln, Baden und Umziehen wird sie für kurze Zeit entfernt. Mit dieser konsequenten Methode ist die Heilung in der Regel schon nach wenigen Wochen vollzogen.

www.kinderhueftdysplasie.de

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