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15/04/2018 15:20 CEST | Aktualisiert 15/04/2018 22:06 CEST

Kölner CDU-Politikerin kassiert für Flüchtlings-Unterkunft – jetzt wird sie bedroht

“Schäm dich, Horitzky”.

privat
Die Kölner CDU-Politikerin Andrea Horitzky.
  • Eine CDU-Politikerin verdient an der Unterbringung von Flüchtlingen 
  • Vielen gefällt das nicht

Die Kölner CDU-Politikerin Andrea Horitzky hat ihr Hotel “Zum Bahnhof” in eine Flüchtlings-Unterkunft umgewandelt. Von der Stadt bekommt sie dafür viel Geld.

Fast 2,8 Millionen Euro könnte Horitzky mit dem Modell in den kommenden sieben Jahren verdienen, hat die “Bild”-Zeitung ausgerechnet. Für bisher 26 Flüchtlinge bekommt sie 35 Euro pro Tag und Person. In Zukunft soll das Hotel noch ausgebaut werden.

Besonders umstritten: Es gibt eine Belegungs-Vereinbarung zwischen der Stadt und Horitzky. Die Stadt gibt eine Auslastungs-Garantie von 80 Prozent, zahlt also auch, wenn gar keine Flüchtlinge im Hotel wohnen sollten.

 “Deine Zeit ist um”

All das hat eine hitzige Debatte ausgelöst, in der es nicht bei Worten geblieben ist: In der Nacht zu Samstag beschmierten Unbekannte das zur Flüchtlingsunterkunft umgewidmete Hotel mit Sprüchen wie “Schäm dich, Horitzky”. Sie drohen auch: “Deine Zeit ist um”.

Unklar ist, ob die Verfasser die Tatsache kritisieren, dass die Politikerin Flüchtlinge unterbringt – oder die, dass sie mit Flüchtlingen Geld verdient.

Die Polizei bestätigte der “Bild”-Zeitung, dass es eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gibt.

Die Stadt rechtfertigt den Deal mit der 57-Jähringen: “Hotels werden nur vermittelt, wenn keine anderen Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Besonders bei großen Familien sind andere Kapazitäten außerhalb von Notunterkünften knapp bis gar nicht vorhanden.”

Selbst Parteikollegen kritisieren Horitzky dagegen: “Es ist eine Frage des Fingerspitzengefühls. Wir werden ein Gespräch mit ihr führen”, sagte CDU-Chef Bernd Petelkau.

(jg)