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14/02/2019 09:27 CET | Aktualisiert 14/02/2019 09:27 CET

Hollands “Man of the Year 2019”: Rembrandt van Rijn!

Rembrandt van Rijn, Zelfportret met pet ets (bewerkte versie)1632-1636, Ashmolean Museum, University of Oxford

Vor 350 Jahren starb einer der bedeutendsten niederländischen Maler: Rembrandt Harmenszoon van Rijn. Mit seinen vielen Selbstportraits aus heutiger Sicht auch so etwas ein Meister der Selfies! In insgesamt 21 Ausstellungen in den Niederlanden werden seine Werke und seine Zeit, das legendäre „Goldene Zeitalter“ hervorgehoben: „Rembrandt en de Gouden Eeuw 2019“.

The „Golden Age“ oder das „Goldene Zeitalter“ ist eine über hundertjährige Zeitspanne, in der die Niederlande blühenden Welthandel betrieben, die Wissenschaft weltweit berühmt wurde, u.a. durch die Universität von Leiden. In diese Zeit fiel mit besonders kühlen Temperaturen in Europa auch die sogenannte „kleine Eiszeit“.

Self-Portrait, ca. 1628, Rembrandt Harmenszoon van Rijn, Rijksmuseum, Amsterdam
Grosse Faszination beim Betrachten von Rembrandts Selbstportrait im Alter von 22 Jahren: Woher genau kommt das Licht!?

In Holland gab es im Zusammenhang mit dem Aufschwung – heute würde man „Boom“ sagen – über 700 Maler, die sich auf einen eigenen künstlerischen Weg machten. Darunter Jan Vermeer, Peter Paul Rubens, Pieter Breughel und eben Rembrandt van Rijn. Rembrandt ist nie gereist. Im Alter von 25 Jahren zog er von seiner Geburtsstadt Leiden nach Amsterdam, die Stadt blieb sein Lebensmittelpunkt bis zu seinem Tod 1669.

Amsterdam war schon immer „the place to be“!

Speziell Amsterdam war im Golden Age „the place to be“! Dort gab es im Überfluss alles, was man sich vorstellen konnte: Pelze, Seide, Gewürze, Früchte, Porzellan, Gold und Silber – Waren, die in Amsterdamer Hafen umgeschlagen und verkauft wurden. Das war vor allem der Seefahrt zu verdanken. Dieser weltweite Handel machten die Stadt und die Niederlande explosionsartig reich und mächtig! Innerhalb von nur 40 Jahren wuchs die Stadt aus einem Sumpf, wurde auf abertausenden von Pfählen gebaut, die bis zu 22 Meter in den Boden reichen und noch heute tragen. Auch fühlten sich damals schon Menschen aus der ganzen Welt durch die Toleranz der Niederlande angezogen.

Viele von Rembrandts Schülern und „Kollegen“ versuchten, ihn zu kopieren oder zu übertreffen. Doch gelang es kaum, denn der beschritt einen für die damalige Zeit revolutionären Weg der Malerei. Mit dem ganz besonderen Aufbau und Lichteinfall in seinen Gemälden beschäftigen sich Experten bis heute.

Insgesamt schuf Rembrandt 350 Werke, 22 Gemälde, 60 Zeichnungen und dreihundert Drucke/Radierungen. Um die Werke des jungen Rembrandt von seinem 18ten bis 28sten Lebensjahr zu sehen, müssen sich Kunstliebhaber bis zum kommenden November gedulden. Im dann frisch renovierten „Museum De Lakenhal“ in Leiden wird die Ausstellung „Der junge Rembrandt“ zu sehen sein. Eines seiner ersten Gemälde malte der Künstler im Alter von 18 Jahren, es ist der „Brillenverkäufer“ von 1624.

Rembrandt van Rijn, „Brillenverkoper", ca. 1624, Kollektion Museum De Lakenhal, Leiden.
Der "Brillenverkäufer" ist offiziell das älteste Gemälde von Rembrandt.

Rembrandt van Rijn: Ein Businessman

Rembrandt, schon zu Lebzeiten verehrt, war zwar zeitlebens ein cleverer Geschäftsmann. Er pflegte gute Freundschaft mit der Elite, den Reichen und Oberen. Sicherte er sich Anerkennung und Einkommen, indem er sie portraitierte, denn jeder wollte von ihm gemalt werden. Auch heiratete er sein Model, Saskia van Uylenburgh, die Tochter des Bürgermeisters, die er mit Vorliebe portraitierte. Erstmals seit 250 Jahren wird in den Niederlanden nun ihr Portrait „Saskia Uylenburgh in Rich Apparel von 1633/1642 in Öl auf Holz“ gezeigt.

Rembrandt van Rijn, Half-length Figure of Saskia Uylenburgh in Rich Apparel, 1633-1642, oil on panel. Museumslandschaft Hessen Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister
Des Meisters Model und Ehefrau: Saskia von Uylenburgh

Dennoch musste der Künstler einige finanzielle Krisen durchmachen. Ihm fehlte das Talent, das viele mit der Malerei verdiente Geld zusammenzuhalten. U.a. gab er es für eigene, wertvolle Objekt- und Kunstsammlungen aus, an der sich allerdings auch heute noch Kunstliebhaber erfreuen.

Kees Hagemann
Rembrandts Kunstkammer im „Rembrandthuis“ Amsterdam: Der Maler sammelte alle erdenklichen Gegenstände für seine Studien.

Ein Kontrollfreak soll der Meneer van Rijn gewesen sein, aber auch ein Worcaholic! Stets umgeben von Schülern, Bewunderern, Mäzenen, Nachahmern, echten und falschen Freunden. Spaziergänge nutze der Maler meist für Zeichenstudien, zog aber auch gern mit seinen Freunden um die Häuser. Dass an diesen Wegen viele Wirtshäuser lagen, ist sicher kein Zufall.

Rembrandt wäre heute vermutlich bei Facebook

Das „Rembrandthuis“ in der Amsterdamer Jodenbreestraat war lange Zeit des Malers Wohnhaus und Atelier. Hier spielte sich alles ab. Mit „Rembrandt’s Social Network“ ebendort zeigt man bis zum 19. Mai 2019, wie sehr und ideenreich der Meister den Kontakt zu seiner seine Familie, seinen Freunden, Nachbarn und Bekannten pflegte: Er malte sie und liess sich malen. Eine obere Etage hatte abgetrennte Bereiche, die er an Schüler vermietete und wo er mit ihnen arbeitete. Eine andere zeigt seine internationale Gemäldesammlung, die er sich zusammengestellt hatte. Wieder eine andere ist die Werkstatt für die Herstellung seiner Farben – das berühmte „Delfter Blau“ war damals teurer als Gold – und die Herstellung seiner Radierungen.

Eine wichtige Entdeckung wurde während der Recherche für diese Ausstellung im Archiv der Six Collection gemacht, als ein Notizbuch von Rembrandts Freund und Mäzen Jan Six I zum Vorschein kam: Die “"Pandora” Darin notierte er Gegenstände aller Art - Fakten, Worte der Weisheit und Sprüche - einschließlich eines Eintrags zum Begriff der Freundschaft. Das Buch wird zum ersten Mal in Rembrandts sozialem Netzwerk der Öffentlichkeit gezeigt. Es ist ein alltägliches Buch, in dem sich der Besitzer Notizen, interessante Fakten und philosophische Gedankengänge notierte, auch zum Thema Freundschaft:

Es eine großartige Quelle für Reflexionen über soziale Beziehungen. Neben Themen wie „Komplimente“ und „Rezepte“ schreibt Jan Six I zu Freundschaft: „Die Freundschaft, die man mit Wein verbindet, wird bald an die Wand gepisst.“ Diese Art von Notizbuch ist wieder in Mode gekommen - als „Bullet Journal“ wiederbelebt. Es bieten uns den Zugang zu der Welt der Kunst und des Wissens zu Rembrandts Zeiten aus dem besonderen Blickwinkel seines Freundes Jan Six I.

Rembrandt van Rijn, The French Bed ('Het ledikant'), 1646, etching Teylers Museum, Haarlem
Liebe im Goldenen Zeitalter: Das Bettgestell / Das französische Bett, eine Radierung von Rembrandt 1646

Liebe in Zeiten des niederländischen Gouden Eeuw

„Rembrandt & Saskia“ im Fries Museum in Leeuwarden führt noch bis zum 17. März 2019 durch sechs Räume mit mehr als 70 Leihgaben zu Aspekten der „Liebe und Ehe im niederländischen Goldenen Zeitalter“. Die Ausstellung gibt u.a. Einblick in die Ereignisse während einer Hochzeit der High Society aus dem 17. Jahrhundert: Raffinierte Trauringe, Hochzeitsgeschenke wie, edle Schmuckkästchen und wertvolles Silbergeschirr.

eventeenth-century wedding gifts from the collection of the Fries Museum, Leeuwarden
Hochzeitsgeschenke im Goldenen Zeitalter

Gravierte Hochzeitsherzen, unzüchtige Gedichte und symbolträchtige Gemälde machen deutlich, wie die Menschen damals Liebe, Religion und ewige Treue betrachteten. Eine aristokratische Hochzeit dauerte manchmal wochenlang. Es zeigt sich, dass, obwohl die Umstände anders waren, viele der Hochzeitsbräuche damals wenig von unseren heutigen abweichen und dass Gefühle von Liebe und Trauer zeitlos sind.

Rembrandt im Vergleich

Das Rijksmuseum Amsterdam werden schon bald, ab 15.Februar bis 10.Juni 2019 alle Rembrandts aus der eigenen Kollektion des berühmten Museums gezeigt. Selbstverständlich auch die berühmte „Nachtwache“. Ursprünglich hieß sie „Die Kompanie des Frans Banningh Cocq“. Der Titel „Nachtwache“ entstand erst später, weil die Farben im Laufe der Zeit nachdunkelten.

Rembrandt van Rijn, Self Portrait ca. 1657, canvas 52,7 x 42,7 cm_National Gallery of Scotland, Edinburgh
Ein weiteres "Selfie" von Rembrandt, 1657.
Diego Velázquez, Self Portrait_c. 1650_canvas 45 x 38 cm_Museo de Bellas Artes-Valencia
Selbstportraits von Rembrandts spanischem Zeit- und Zunftgenossen Diego Velázquez, 1650.

Im Oktober dann stellt man im Rijksmuseum Rembrandt in einen Zusammenhang mit seinen Zunft- und Zeitgenossen Jan Vermeer, Diego Velásquez, Bartolomé Esteban Murillo, Francisco de Zurbarán, Frans Hals und Jusepe de Ribera.

Die Niederlande hatten mehr Schiffe als Frankreich, England und Deutschland zusammen.

Um tief in das „Golden Age“ einzutauchen, lohnt sich ein Besuch im Amsterdamer „Het Scheepvaartmuseum“, dem Schifffahrtsmuseum. Wie ein Wasserschloss liegt das Gebäude von 1656 auf der Kattenburginsel, ein einstiges Arsenal für die Amsterdamer Admiralität.

Mit „Spiegelretourship“-Schiffen betrieb die Niederländische Vereinigte Ostindien Kompanie weltweit erfolgreichen Handel. Der Segler „Amsterdam“, der am Schifffahrtsmuseum anliegt, ist ein Nachbau. Im Bug kann man die damaligen Reisen mit einer Virtual Reality Brille nacherleben.

„See you in the Golden Age“: Seestücke, Seekarten, Kanonen, Segelschiffmodelle, Flaggen, historische Messgeräte. Eine sehr anregend gestaltete Virtual-Reality-Zeitreise zieht den Besucher direkt hinein in den Schiffsbau, das Leben an Bord, in Situationen und Gespräche von Handel und Wandel dieser Zeit, in der sogar drei von vier gewaltigen Seeschlachten* zwischen den Niederlanden und England stattfanden.

Die Seeschlacht bei Kijkduin, Willem van de Velde, ca. 1687, Het Scheepvaartmuseum Amsterdam
Während des Goldenen Zeitalters der Niederlande gab es zwischen den Niederlanden und England drei Seeschlachten.

Licht und Schatten des Goldenen Zeitalters

Selbstverständlich konnte das Golden Age für die Niederländer auch deshalb so golden sein, weil sie durch die Gründung von Kolonien ihre Handelsinteressen vielfach mit Gewalt auf Kosten anderer Völker ausübten. Davon erzählen Geschichten wie die des kleinen Mädchens Amimba, die in die Sklaverei gezwungen wurde. Oder von Jan Janszoon Weltevree, der nie auf die See gehen wollte, dann aber einer der ersten holländischen Seefahrer wurde, der auf der anderen Seite der Welt Fuß fasste.

Mit den Schattenseiten dieser Kolonialmacht über andere Völker wird sich “Het Scheepvaartmuseum” mit einer Ausstellung ab Mai 2019 beschäftigen.

Rembrandt und das Mauritshuis

Rembrandt van Rijn, The Anatomy Lesson of Dr. Nicolaes Tulp, 1632, Öl auf Leinwand, 169,5 x 216,5 cm, Museum Mauritshuis den Haag
Wohin schauen all diese Männer während der Anatomiestunde des Dr. Tulp?

Feierlich eröffnet in Anwesenheit ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Beatrix wurde das Rembrandtjahr in Den Haag im Museum Mauritshuis mit „Rembrandt im/und das Mauritshuis”. Dort befindet sich einer der weltweit bedeutendsten Bestände an Rembrandts Werken. Man konzentriert sich auf 18 Exponate. Elf der ausgestellten Gemälde gelten als authentisch oder konnten ihm neu zugeordnet werden. Dazu gehören „The Anatomy Lesson von Dr. Nicolaes Tulp“, „Saul und David“ sowie Rembrandts „Selbstporträt von 1669“.

Rembrandt van Rijn, Selbstportrait 1669, Museum Mauritshuis Den Haag
Selbstportrait 1669, eines seiner letzten im Jahr seines Todes.

Für jeden ist es bewegend, vor einem von Rembrandts Originalen zu stehen. Für mich ist es unter anderen dieses anrührende Selbstporträt von 1669. Es war das Jahr, in dem der so erfolgreiche Maler im Alter von 63 Jahren starb. Experten sagen, es sei unvollendet – seine Signatur aber sagt, dass Rembrandt selbst es für abgeschlossen befand!

Rembrandt-nah wohnen:

Hotel Staybridge Suites The Hague-Parliament_fc_Staybridge Suites
Von hier aus sind es nur wenige Schritte ins Museum Mauritshuis Den Haag.

Hotel Staybridge Suites The Hague-Parliament

Gegenüber vom Museum Mauritshuis, mit Blick auf das niederländische Parlament wohnt es sich in den „Hotel Staybridge Suites The Hague-Parliament“ mit seinen fünf Sternen ausgesprochen luxuriös, chic und komfortabel – im Herzen von Den Haag. Am gemütlichsten ist die Suite unter dem Dach mit dem runden Fenster: www.staybridge.com

Piet Gispen
Beste Lage: Von hier aus organisierte im "Gouden Eeuw" die Niederländische Ostindien-Kompagnie den weltweiten Seehandel.

Grand Amrâth Hotel Amsterdam

An der Stelle im Amsterdamer Hafen, wo das Fünf-Sterne-Hotel “Grand Amrâth“ steht, residierte im „Golden Age“ die Niederländische „Vereenigde Oostindische Compagnie”/VOC – mit hervorragender Sicht auf alle ein- und auslaufenden Segelschiffe. Innen prächtig im Art Nouveau Stil gestaltet wohnt man hier nicht nur auf Rembrandt-Tour themengerecht sondern auch nahe Centraal Station: www.amrathamsterdam.com

Diese Pressereise wurde unterstützt von

amsterdam marketing, www.iamsterdam.com

The Hague and Partners, www.thehague.com

Museum Mauritshuis, www.mauritshuis.nl

Rembrandthuis Amsterdam, www.rembrandthuis.nl

Het Scheepvaartmuseum Amsterdam, www.hetscheepvaartmuseum.nl

Das Museumsrestaurant „Stalpaert“, benannt nach seinem Erbauer Daniel Stalpaert ist ein lichter Platz direkt am Wasser, um bei feinen Snacks wieder in der Gegenwart des 21sten Jahrhunderts anzukommen.

Rijksmuseum Amsterdam, www.rijksmuseum.nl

Fries Museum Leeuwarden, www.friesmuseum.nl

Rembrandtjahr in niederländischen Museen, www.rembrandt-2019.nl

* Drei von vier Seeschlachten Niederlande-England im Golden Age: 1652-1654 / 1665-1667 / 1672-1674.