POLITIK
07/07/2018 15:28 CEST

Thailand: In Höhle gefangene Jungen schreiben bewegenden Brief

"Vergesst nicht, meine Geburtstagsparty vorzubereiten."

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Zwölf Jungs und ihr Fußballtrainer sind in einer Höhle in Thailand gefangen – und ihnen läuft die Zeit davon. 
  • Zwölf Jungen und ihr Fußballtrainer sind seit dem 23. Juni in einer überfluteten Höhle in der thailändischen Provinz Chiang Rai eingeschlossen. 
  • Jetzt hat die thailändische Regierung einen emotionalen Brief der Jungen veröffentlicht. 

Es bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit. 

Gefangen, vier Kilometer tief in einer überfluteten Höhle, wird für zwölf Jungen und ihren Trainer in Thailand langsam die Luft knapp.

Die Teenager (der Jüngste ist elf Jahre alt) können nur durch Taucher erreicht werden – fünf bis sechs Stunden dauert es, bis die Spezialeinheiten der thailändischen Marine den Teil der Höhle erreichen können, in dem die in ihr Gefangenen ausharren.  

► Ein Taucher ist bei dem Versuch, den Jungen einen Sauerstoff-Tank zu bringen, bereits gestorben. 

Noch an diesem Samstag soll nun der Regen wiederkehren. Die Höhle könnte sich noch weiter mit Wasser füllen. Es droht, dass die Jungen und ihr Trainer ertrinken. 

Nun haben die in der Höhle ausharrenden Kinder und ihr Lehrer einen Brief an ihre Familien geschrieben. 

“Mama und Papa, bitte macht euch keine Sorgen”

In dem Brief, von dem die Nachrichtenagentur AP berichtet, entschuldigt sich Ekapol Chanthawong, der mit den Kindern eingesperrte Trainer, bei deren Eltern. 

Er schreibt:

“An alle Eltern, euren Kindern geht es gut, die Helfer leisten gute Arbeit. Ich verspreche, dass ich mich so gut es geht um die Jungs kümmern werde. Ich möchte mich für all die Unterstützung bedanken und ich möchte mich bei euch Eltern entschuldigen.” 

Unter der Botschaft des Lehrers finden sich die Nachrichten der gefangenen Kinder. 

► Ein Junge schreibt: 

“Mir geht es gut, aber die Luft ist ein wenig kalt. Aber macht euch keine Sorgen. Und vergesst nicht, meine Geburtstagsparty vorzubereiten.” 

► Ein anderer, dessen Name Tun ist, schreibt: 

“Mama und Papa, macht euch keine Sorgen, mir geht es gut. Ich habe Yod [wohl ein Freund oder Verwandter, Anm. d. Redaktion] gesagt, dass er mit mir wieder Hähnchen essen soll. In Liebe.” 

► Ein Junge namens Mick schreibt:

“Macht euch keine Sorgen, ich vermisse euch. Opa, Onkel, Mama, Papa und Geschwister, ich liebe euch alle. Ich bin glücklich hier drin, die Marine-Soldaten kümmern sich um uns. Ich liebe euch alle.” 

Behörden bereiten Rettung vor 

Der Gouverneur der Provinz Chiang Rai, Narongsak Osatanakorn, sagte am Freitagabend, dass eine Rettung noch immer schwer möglich sei. 

Die Jungen in der Höhle hätten jedoch einen Crash-Kurs im Tauchen erhalten und geübt, wie sie Atemmasken richtig aufsetzen. 

Sauerstoffmangel und schlechte Wetteraussichten erhöhen den Druck auf die Retter. In den nächsten Tagen soll es wieder heftige Regenfälle geben.

Am Aufenthaltsort der Gruppe ist der Sauerstoffgehalt in der Luft von 21 Prozent auf 15 Prozent abgesunken, wie Narongsak bereits vor zwei Tagen bekannt gegeben hatte.

Die Behörden wollen deshalb schon an diesem Wochenende einen Rettungsversuch unternehmen, so der Wasserstand in der Höhle es zulässt.

(lp)