LIFESTYLE
20/02/2018 17:53 CET | Aktualisiert 26/02/2018 15:18 CET

Hochzeit: Daran sieht schon der Fotograf, dass eine Ehe nicht hält

Sie erkennen das schon an kleinen Anzeichen während der Feier.

simonkr via Getty Images
"Ich stellte mich der Braut vor, sie zeigt auf die Kamera und sagte: 'Richte das Scheißding heute bloß nicht auf mich!'"
  • Hochzeitsfotografen verbringen viel Zeit mit den Paaren, die sie ablichten
  • Sie behaupten: Die Anzahl der Gäste, Sticheleien und fehlende Chemie zwischen dem Paar sind Anzeichen für eine baldige Scheidung

Hochzeitsfotografen verbringen sehr viel Zeit mit ihren Kunden. Vom ersten Treffen über Verlobungsfotos bis hin zur tatsächlichen Hochzeit.

Bedenkt man, wie viel Zeit die Fotografen mit den Paaren verbringen, dann kommt man zu dem Schluss, dass sie ein ziemlich gutes Auge für gewisse Zeichen haben, die darauf hindeuten, dass die Ehe nicht halten wird.

Acht Hochzeitsfotografen haben der HuffPost berichtet, wann bei ihnen die Alarmglocken schrillen und die Zeichen auf Scheidung hinweisen:

1. Ein Partner zeigt überhaupt kein Interesse an den Fotos

“Nicht jeder interessiert sich für Fotografie. Manchmal treffe ich Kunden, deren Verlobten überhaupt kein Interesse daran zeigen, am Tag ihrer Hochzeit fotografiert zu werden.

Zum Glück wissen die meisten dieser widerwilligen Wesen, dass ihren Partnern die Fotos wichtig sind, und deshalb zeigen sie sich einsichtig. Aber das ist nicht immer so.

Zu Beginn meiner Karriere buchte mich einmal ein Bräutigam per Telefon. Als ich auf der Hochzeit eintraf, stellte ich mich der Braut vor, und sie zeigt auf die Kamera und begrüßte mich mit den Worten: ‘Richte das Scheißding heute aber bloß nicht auf mich!’ Es war ein ziemlich harter Tag.

Drei Monate später kam die Scheidung. Ich denke, ein Erfolgsrezept einer guten, erfüllenden und stabilen Partnerschaft ist es, auch auf die Wünsche des Partners Rücksicht zu nehmen. Und dazu gehört es auch, fotografiert zu werden, auch wenn es nicht zu den liebsten Dingen im Leben zählt.“ – Robert Greer, Hochzeitsfotograf aus Los Angeles, Kalifornien

Mehr zum Thema: Hochzeitspaar posiert für Fotos - plötzlich springt der Bräutigam in den Fluss

2. Das Paar erhält auf mehr als 20 Prozent ihrer Einladungen eine Absage

“Es ist absolut üblich, dass ungefähr zehn bis 15 Prozent der Gäste nicht zur Hochzeit kommen können und absagen. Aber wenn es 20 bis 25 Prozent der Gäste sind, die absagen, dann sollte man hellhörig werden.

Das ist ein offensichtliches Zeichen dafür, dass die Familie und Freunde bereits ahnen, dass das Paar nicht füreinander gemacht ist. Das ist traurig, aber wahr. Der Blickwinkel von außen ist ein untrüglicher Kritikpunkt für die Beziehung.

Ich habe einmal auf einer Hochzeit fotografiert, bei der von 250 eingeladenen Gästen nur 60 erschienen sind. Das Paar kam sogar noch auf mich zu und fragte, ob ich nicht meine Frau und Kinder mitbringen möchte, da sie für ein Minimum von 200 Gästen gezahlt hatten.

Erst kürzlich habe ich erfahren, dass das Paar inzwischen geschieden ist.“ – Brian Delia, Inhaber von Brian Delia Photography in Clifton, New Jersey

3. Die Chemie fühlt sich erzwungen an

Es ist kein gutes Zeichen, wenn ich ein Paar fotografiere und einer der Partner mit aller Gewalt versucht, das Desinteresse des anderen Partners zu kompensieren.

Vielleicht haben sie sich im Vorfeld online durch Hunderte von Fotos gewälzt und wollen, dass ihre Hochzeitsfotos haargenau ihrem Pinterest Board entsprechen.

Unglücklicherweise haben sie bei  dieser “Vision“ nicht ihre ganz eigene Beziehungsdynamik bedacht. Viel zu oft liegt der Fokus zu sehr darauf, tolle Fotos zu erhalten, die man dann in den sozialen Netzwerken teilen kann.

Die Paare lassen es gar nicht zu, dass der Fotograf sich die Zeit nimmt, die ganz natürliche Liebe zwischen ihnen einzufangen. Es ist traurig, wenn man ein Paar fotografiert, das so gar keinen Draht zu einander hat.“ – Gretchen Wakeman, Hochzeitsfotografin in Scotsdale, Arizona

Mehr zum Thema: Eine Frau wird kurz vor der Hochzeit verlassen - dann trifft sie eine ungewöhnliche Entscheidung

4. Im Team “Braut“ ist ein Zickenkrieg ausgebrochen

“Es ist ein sehr schlechtes Zeichen, wenn es in der Partie der Braut endlose Streitereien und Zickenkriege gibt.

Hier ein Beispiel dafür: Einmal hatte ich mich grade auf den Weg zu einer Hochzeit gemacht, als ich einen Anruf der Braut erhielt, die mir sagte, dass die Hochzeit abgesagt sei.

Sie war frustriert und erzählte, dass sich die Gäste zerstritten hätten, weil der Trauzeuge des Bräutigams mit der Trauzeugin der Baut geschlafen hätte. Die ihrerseits verheiratet war!

Unter den männlichen Gästen war eine Prügelei ausgebrochen und es herrschte das pure Chaos. Ich weiß nicht, ob das Paar noch zusammen ist, aber ich bezweifle es.“ – Matt Adcock, Mitgründer von Del Sol Photography in Playa del Carmen, Mexiko

5. Das Paar ist bei den Finanzen unterschiedlicher Meinung

“Ich nenne das Paar mal T. und M., dann muss ich ihre echten Namen nicht verraten. Als sie in mein Studio kamen und ich ihnen meine Arbeit vorstellen wollte, da fragte T., ob sie kurz die Toilette benutzen könne.

Als sie verschwunden war sagte M. mir, dass diese Hochzeit ihn in den Ruin treibe. Die Kosten hatten sich bereits verdoppelt. Das Geld ist ein wichtiger Faktor in allen Ehen und nicht selten ein Grund dafür, weshalb Ehen scheitern.

Auf dieses Paar traf das ganz sicher zu. Sechs Monate nach ihrer bombastischen Hochzeit mit 150 Gästen reichten sie die Scheidung ein.“ – Carlos G. Osorio, Inhaber von Miami Photo in Miami, Florida

Mehr zum Thema: Brautpaar lässt Fotos machen – und ahnt nicht, was die Fotografin Unverschämtes daraus macht

6. Das Paar spart beim Fototermin nicht mit sarkastischen Sticheleien übereinander

“Ich habe während meiner Laufbahn bisher über 1000 Hochzeiten fotografiert. Wenn ich ein Paar kennenlerne, dass sich den ganzen Tag lang nur bissige Kommentare zuwirft, dann wird das mit der Zeit nur schlimmer werden und letztendlich zum Bruch führen.

Manche Paare erklären dann, dass sie nur Spaß machen und es nicht ernst gemeint sei, aber es steckt doch meistens ein Fünkchen Wahrheit hinter jeder Stichelei.

Das Schlimmste war eine Braut, die meinen Mitarbeitern sagte, dass sie jetzt genug davon habe, ihren Mann zu küssen. Der Mann blieb ganz ruhig, aber für mich war das bereits der Anfang vom Ende.“ – Rob Greer

7. Die Beziehung scheint nur auf körperlicher Anziehung gebaut zu sein

“Ich habe schon Paar erlebt, die den ganzen Tag über die Hände nicht voneinander lassen konnten, und jetzt sind sie geschieden.

Ich kann mich an eine ganz bestimmte Hochzeit erinnern, das Paar war noch sehr jung und sie sahen beide unglaublich gut aus. Sie hatten eine sehr körperliche Beziehung und es war interessant ihre Körpersprache zu beobachten, und zu sehen, wie sie miteinander kommunizierten.

Nach der Hochzeit baten sie mich, noch sehr private, erotische Hochzeitsfotos von ihnen zu machen. Aus der Art und Weise wie sie mich fragten, ging gar nicht so deutlich hervor, ob ich wirklich nur die Fotos machen sollte, oder ob sie noch mehr von mir erwarteten.

Ich hatte ein komisches Gefühl bei der Sache und lehnte ab. Ich beendete meine Arbeit für den Tag und fuhr nach Hause. Ein Jahr nach der Hochzeit waren sie bereits getrennt.“ – Sol Tamargo, Mitgründer von Del Sol Photography in Playa del Carmen, Mexiko

8. Das Paar verbringt auf der Hochzeitsfeier kaum eine Minute zusammen

“Nach der Trauung freuen sich die meisten Paare unheimlich auf die Feier. Der Stress des Tages fällt von ihnen ab, jetzt können sie durchatmen, jetzt kommt der Spaß.

In der Regel verbringen die Paare den Abend damit, die Gäste zu begrüßen, die Nacht durchzutanzen und sich selbst als verheiratetes Paar zu feiern. Wenn ein Paar die Gäste getrennt begrüßt oder sie fast ausschließlich alleine auf der Tanzfläche anzutreffen sind, dann macht man sich Gedanken.

Einmal habe ich eine Hochzeit vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein fotografiert und dabei nur eine Handvoll Fotos von dem Paar gemeinsam geschossen. Das war ein sehr schlechtes Zeichen.“ – Gretchen Wakeman

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der HuffPost USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

(ks)