LIFE
13/12/2018 14:58 CET

Hochzeit: Caterer macht sich vor der Feier mit dreister Masche aus dem Staub

Er gaukelte dem Ehepaar seinen plötzlichen Tod vor.

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Ein spanisches Hochzeits-Paar stand bei seiner Hochzeitsfeier plötzlich ohne Essen da. 
  • Ein Hochzeits-Paar aus Spanien ist Opfer eines Betrügers geworden. 
  • Das Paar hatte seine Feier bereits bezahlt, als der Caterer sich mit einer dreisten Masche aus dem Staub machte – ohne das Essen zu liefern. 

Für viele ist die Hochzeitsfeier einer der schönsten Tage im Leben. Für das spanisches Ehepaar Adriana S. und Leonardo M. wurde er aber zum Albtraum.

Der Grund: Der Caterer lieferte das bereits bezahlte Essen nicht. Stattdessen schrieb der Chef des Caterer-Unternehmens namens Jesus C. dem Paar Stunden vor der Feier eine E-Mail. In dieser ließ er Adriana und Leonardo im Glauben, plötzlich verstorben zu sein. Das berichtet die spanische Zeitung “El País”. 

Caterer gaukelt eigenen Tod vor und streicht Geld ein

Am Abend vor der Trauung sei der Sohn des Caterers noch persönlich vorbei gekommen und habe mit Kollegen das Festzelt aufgebaut. In der Nacht habe sich dann der Chef des Unternehmens mit dem Namen “Catering Módena” in einer E-Mail als eine andere Person ausgegeben und dem Paar mitgeteilt, dass er selbst und sein Sohn plötzlich bei einem Arbeitsunfall verstorben seien und das Essen nicht geliefert werden könne. 

Das Paar versuchte verzweifelt, weitere Mitarbeiter des Catering-Unternehmens zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Die beiden stand somit ohne Essen da.

Und das, obwohl es dem Caterer bereits 75 Prozent des Gesamtpreises für die Feier, knapp 1.500 Euro,bezahlt hatte.

Der dreiste Schwindel ereignete sich im Jahr 2015. Das Paar zeigte den Caterer daraufhin wegen Betrugs an. 

Richter urteilen: keine ausreichenden Beweise für Betrug

Nun hat ein Gericht in Madrid über den Fall entschieden. Die Kläger forderten eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Das Ergebnis der Verhandlung: Der Caterer und sein Sohn werden nicht verurteilt.

Der Grund: Die Richter beurteilten seine “Täuschung” nicht als Betrug. Sie sahen in ihrer Urteilsbegründung keine ausreichenden Beweise dafür. So berichtet es die spanische Zeitung, die die Richter wie folgt zitiert: 

“Ein Betrug habe nicht stattgefunden, da dem Angeklagten durch sein Handeln selbst wirtschaftliche Kosten entstanden sind, indem er einen Teil der finanziellen Abmachung eingehalten hat.”

Damit meinten die Richter das Festzelt, das das Unternehmen am Abend zuvor aufbauen ließ. Daher sei laut der Richter das Verhalten des Caterers nicht mit dem Ziel vereinbar, das Abkommen zwischen ihm und dem Paar zu brechen.

Das Urteil dürfte für das Ehepaar dennoch unverständlich sein, da der Angeklagte bereits mehrere Verfahren wegen Betruges hinter sich hat und den beiden das Geld nie zurückzahlte. Das Paar hat die Möglichkeit, in Revision zu gehen.

Sechs weitere Hochzeits-Paare soll der Caterer bereits so um ihr Geld gebracht haben, wie es “El País” berichtet. Die betrogenen Paare hatten mit Facebook-Seiten auf die Betrüger aufmerksam gemacht. 

(ak)