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24/08/2018 18:24 CEST | Aktualisiert 25/08/2018 08:40 CEST

Hochzeit: 5 Wege, wie ihr euer Brautkleid wiederverwerten könnt

Auch für euch gibt es eine richtige Lösung.

Im Video oben: Eine Braut feiert ihren Jungeselinnen-Abschied. Als ihr Mann die Bilder sieht, kann er seinen eigenen Augen nicht trauen. 

Ich habe letztes Jahr geheiratet. Mit meinem Kleid habe ich etwas richtig Trauriges erlebt: Nach der Hochzeit sah es aus, als sei ich darin monatelang Bergsteigen gewesen – es war in einem erbärmlichen Zustand.

Im Eifer des Gefechts hatte ich meinen Vorsatz vergessen, bei der Hochzeit auf das Kleid aufzupassen.

Ich habe 1500 Euro für einen einzigen Abend verschwendet

Es war in so einem schlimmen Zustand, dass die Frauen von der Reinigung zu mir sagten:

“Warum haben Sie solange gewartet, bis sie es vorbeibringen?”

Ich antwortete: “Ehm, ich habe eigentlich erst vorgestern geheiratet.”

Sie sagten: “Achso! Naja, wir können Ihnen keine Wunder versprechen, aber wir versuchen zu retten, was geht.”

“Retten, was geht”, dieser Satz tat weh. Aber um ehrlich zu sein, tat er mir nicht weh, weil ich mir dachte: “Was habe ich nur getan? Ich habe es zerstört! Oh, nein! Oh, nein!” Sondern er tat weh, weil ich mir dachte: “Ich habe 1500 Euro für nur einen einzigen Abend in den Wind geschossen!”

Durch diese Selbstreflexion kam ich darauf, dass ich vielleicht dem “Klub der unemotionalen Modebewussten” angehöre. Einfach weil mir gar nicht in den Sinn kam, es alle paar Monate aus dem Kleiderschrank zu holen und anzuschauen.

Mehr zum Thema: Mit dem Herzen sehen: Steph sucht ihr Brautkleid – und ist blind

Denn generell gibt es vier bis fünf Möglichkeiten, das Kleid nach der Hochzeit loszuwerden. Hinter jeder Möglichkeit steckt eine Überlegung. Und hinter jeder dieser Überlegungen steckt eine bestimmte Kategorie Mensch. Und jede Kategorie ist quasi ein eigener “Klub”.

Ich möchte euch jetzt die fünf wichtigsten Klubs vorstellen. Ihr könnt euch danach entscheiden, welchem Klub ihr angehört.

Der Klub der “romantischen Nostalgiker”: Den Schatz bewahren

Anscheinend wählen die meisten Verheirateten diese Möglichkeit und das schon seit sehr, sehr langer Zeit.

Meine Mutter hat ihr Brautkleid zum Beispiel fast 20 Jahre lang aufgehoben. Bis sie es eines Tages – keiner weiß, warum – bei einem Basar verkauft hat. Der Gipfel ist übrigens, dass sie mir und meiner Schwester vorwirft, dass wir es verkauft hätten. Warum? Ich kann es mir nicht erklären. Soweit meine kleine, persönliche Anekdote.

Aber mal ehrlich, Kleider halten sich sehr gut. Früher wurden sie sogar von Generation zu Generation weitergegeben.

Auch Emotionen spielen hier sicher eine wichtige Rolle: Es ist schwer, sich von seinem Kleid zu trennen, weil es ja für soviel steht.

Es ist ein Liebesbeweis und eine Erinnerung an einen zauberhaften Tag.

Ich dachte mir, ich sollte es für besondere Abende mit meinen Freundinnen aufheben. Wie zum Beispiel: Wenn alle meine Freundinnen eines Tages verheiratet sind – oder auch nicht – werden wir zusammen in unseren Hochzeitskleidern Cocktails trinken. Also, falls wir dann noch hineinpassen. 

Der Klub der “großzügigen Ökos”: Den Schatz verleihen

Das ist eine tolle Alternative, wenn man sich nicht unbedingt von seinem Brautkleid trennen will, ihm aber ein zweites Leben schenken möchte. Gesteht es euch ein; oft soll das den Kauf des Kleides wieder ausgleichen. 

Wenn man sein Kleid verleihen möchte, sollte man sich an spezielle Boutiquen wenden oder im Internet suchen. Ich bezweifle aber, dass ihr dabei großen Erfolg haben werdet.

Als ich auf der Suche nach einem Kleid war, war es undenkbar für mich, eines zu mieten, obwohl ich die Idee gut nachvollziehen kann. Vielleicht hätte ich mir ein gebrauchtes Kleid gekauft, aber ich hätte mir wohl kaum eines geliehen – außer, wenn ich, wie bei einer arabischen Hochzeit, an einem Abend mehrere, verschiedene Kleider getragen hätte.

Der Klub der “Unemotionalen”: Das Kleid verkaufen

Letztes Jahr dachte ich noch, dass ich wirklich diesem Klub angehören würde. Ich weiß, das klingt etwas radikal und drastisch, aber mal ehrlich: Ich wusste einfach nicht, was ich mit dem Kleid nach der Hochzeit machen soll. Ich dachte mir, dass ich das Kleid schon aus Respekt nicht in meinem Schrank vergammeln lassen kann. 

Damals konnte ich mir nicht vorstellen, es alle paar Tage anzuschauen und zu seufzen. Naja, das war mal. Heute, ein Jahr später, hängt es immer noch ordentlich in seiner Schutzhülle in meinem Schrank. Vielleicht habe ich es schon ein wenig vergessen, aber es ist trotzdem noch bei mir!

Was auch immer ihr davon haltet, ihr könnt euch immer an Second-Hand-Seiten im Internet wenden. 

Der Klub der “Modebewussten”: Das Kleid recyclen

Diese Wiederbelebungs-Idee gefällt mir total! Verschiedene Brautmodendesignerinnen schneidern auch Modelle, die man später als praktischere Abendkleider tragen kann. 

Vorsicht. Ich empfehle euch, professionellen Rat einzuholen, bevor ihr euer Hochzeitskleid selbst neu einfärbt oder euch denkt: “Ich schneidere mein Kleid jetzt selbst zu einem Anzug um.”

Wenn ihr schon vorausgedacht habt, die Angebote kennt, und wisst, dass ihr eurem Brautkleid ein zweites Leben schenken wollt, sucht euch ein Model, das sich leicht umändern lässt. 

Der Klub der “Bösewichte”: “Trash the Dress”

Woher kommt dieser Trend mal wieder? Natürlich aus den USA!

Es ist eine ziemlich originelle und witzige, aber im Grunde einfache Idee: Man zerstört sein Kleid, hat dabei viel Spaß und posiert vor der Kamera. Dafür nimmt man meistens Farbe, Wein, Schlamm oder Sand. Wenn man sich für diese Option entscheidet, sollte einem klar sein, dass man alles im Handumdrehen kaputt macht.

Immerhin ist die Idee, dass man das Kleid ein letztes Mal bei einem Foto-Shoot trägt. Und das ist anscheinend sehr befreiend!

Wenn mein Kleid nicht so teuer gewesen wäre, hätte ich das sicher gemacht. Ich finde die Idee genial!

Und was ist euer Plan für Hochzeitskleid?

Dieser Text erschien zuerst in der französischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Moritz Diethelm aus dem Französischen übersetzt.  

 

(nc)