POLITIK
31/07/2018 05:58 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 11:19 CEST

Hitzewelle: Ministerin Klöckner spricht im ZDF drastische Warnung aus

"Es geht um die blanke Existenz."

  • Ministerin Julia Klöckner warnt, die Hitzewelle bedrohe die Existenz vieler Bauern.
  • Soforthilfen des Bundes lehnt sie zunächst aber ab, sie will den “Erntebericht” abwarten.
  • Im Video oben seht ihr die wichtigsten Szenen des Interviews. 

Es ist heiß, es ist trocken, es ist dürr. Die Menschen in den Städten ächzen, die Bauern auf dem Land fürchten um ihre Ernte. 

Jetzt hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vor den verheerenden Folgen der Hitzewelle für die Landwirtschaft gewarnt. Im “Heute Journal” des ZDF sagte Klöckner, für viele Landwirte gehe es um die “blanke Existenz”. 

“Von der Ernte lebt eine ganze Familie”, sagte die CDU-Politikerin. Im August werde das Ministerium einen “Erntebericht” vorlegen. Vor Ort müssten zunächst die Bundesländer helfen.

 

Finanzhilfen des Bundes könnten – “wie 2003”, dem Jahr des Rekordsommers – geleistet werden, wenn sich das als nötig erweist. Noch scheint Klöckner das in Zweifel zu ziehen.

Sie betonte: “Das kann auch nur punktuell helfen.” Es gehe ebenso um die Frage: “Wie sieht die Landwirtschaft von morgen aus?”

Kleber: “Hat die Bundesregierung ein Rezept?”

ZDF-Moderator Claus Kleber nahm den Ball auf. Er wollte von Klöckner wissen, ob die Bundesregierung ein Rezept habe gegen die Folgen des Klimawandels.

Lesenswert:Von Storch steigt Hitze zu Kopf: AfD-Frau wütet gegen “Klimanazis”

Zunächst beschwichtigte die Ministerin, nicht jedes Wetterextrem sei auf den Klimawandel zurückzuführen. Die Häufung der Extreme nehme allerdings zu. “Das hat mit dem Klima zu tun.”

Es brauche nun eine “Ackerbaustrategie”– um Ressourcen besser zu nutzen und dabei umweltfreundlich zu wirtschaften. Auch Landwirtshaft könne CO2 binden und so positiv auf den Klimawandel einwirken.

ZDF
Julia Klöckner und Claus Kleber.

Bauernverband: “Wir können nicht warten”

Der Bauernverband hat derweil von der Bundesregierung wegen bedrohlicher Einbußen rasche Hilfen von möglichst einer Milliarde Euro gefordert und dringt nun zur Eile.

Lesenswert: Hitzewelle: In ganz Deutschland kleben diese Sticker – das steckt dahinter

“Wir brauchen schnell Unterstützung für die Betriebe. Hier müssen in den nächsten Wochen Entscheidungen fallen, da brauchen wir nicht auf eine endgültige Erntestatistik zu warten”, sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied dem “Handelsblatt”.

Wegen Hitze und Trockenheit vor allem in Ost- und Norddeutschland fürchten viele Bauern massive Ausfälle bei Getreide, aber auch bei Gras als Tierfutter. “Wir rechnen allein beim Getreide mit einem Minus von rund 1,4 Milliarden (Euro), dazu kommen Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Grünfutter”, sagte Rukwied der “Passauer Neuen Presse”. 

(ll)