POLITIK
01/08/2018 23:46 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 07:34 CEST

Hitler-Attentäter ein "Verräter": AfD-Jungpolitiker empört mit Facebook-Beitrag

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dpa
AfD-Nachwuchspolitiker Lars Steinke beim Haustürwahlkampf seiner Partei zur niedersächsischen Landtagswahl im Oktober 2017. 

► Der Chef des niedersächsischen AfD-Nachwuchses, Lars Steinke, hat in einem Facebook-Post Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als “Verräter” und “Feigling” bezeichnet. Das berichtet die “Welt”.

► Steinke verbreitet in seinem Beitrag zudem eine in rechtsextremen Kreisen beliebte – aber von seriösen Historikern widerlegte – Behauptung“Der Krieg war nämlich – entgegen der heutigen Propaganda – kein Krieg primär gegen Hitler, sondern gegen (...) das deutsche Volk.” 

► Mehrere AfD-Abgeordneten lehnten die Äußerungen direkt unter dem Post ab. Niedersachsens AfD-Landesvorstand distanzierte sich zudem auf “Welt”-Anfrage von Steinke. Die Partei ließ allerdings offen, ob sie Konsequenzen ziehen wolle. 

► Gegenüber der “Welt” betonte Steinke allerdings: “Hätte Stauffenberg dieses Attentat früher verübt, würde ich es anders bewerten.”

Darum ist das wichtig:

Steinke zählt zum Rechtsaußen-Flügel der Partei und arbeitet seit Anfang des Jahres auch für die niedersächsische AfD-Landtagsfraktion. Er steht zudem der rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung (IB) nahe und nahm in der Vergangenheit an mehreren ihrer Demonstrationen teil.

In einem 2017 geführten Interview mit dem NDR hatte der Politikwissenschaftsstudent angekündigt, sich von der IB zu distanzieren. Doch das Dementi ist wenig glaubhaftFotos zeigten Steinke wenig später nicht nur im Kreis von etwa 90 Sympathisanten der IB, die gegen eine Demonstration gegen das Haus der Identitären in Halle an der Saale protestieren. Sondern auch, wie sich Steinke in dem rechtsextremen Wohnprojekt aufhält. 

Seine Wahl zum Vorsitzenden der Jungen Alternativen im Sommer 2017 hatte auch deshalb zu Streit innerhalb des AfD-Landesvorstands geführt, gegen den 25-Jährige lief im gleichen Jahr ein Parteiausschlussverfahren

Bereits in de Vergangenheit hatte Steinke mit Posts in den sozialen Netzwerken provoziert

(ll)