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08/06/2018 21:49 CEST | Aktualisiert 09/06/2018 11:47 CEST

Hilferuf an Merkel: Susannas Mutter fühlte sich im Stich gelassen

"Die Welt ist schon grausam genug und dann verlässt man sich auf das Fernsehen und die Polizei", schimpft Diana F.

  • Trotz Hinweisen hat die Polizei mehr als eine Woche gebraucht, um den Leichnam der 14-jährigen Susanna F. zu finden.
  • Die Mutter hatte in der Zwischenzeit einen Hilferuf veröffentlicht – und beklagt sich darin über Polizei und Medien. 
  • Oben im Video seht ihr eine Zusammenfassung des Falls Susanna.

“Sehr geehrte Frau Merkel, dieser Brief ist ein HILFERUF!!!”

So beginnt der Facebook-Beitrag von Diana F. – der Mutter der ermordeten 14-jährigen Susanna. Der Fall sorgt derzeit deutschlandweit für Aufsehen – vor allem, weil ein 20-jähriger irakischer Flüchtling als Hauptverdächtiger gilt

Doch wochenlang wusste die Mutter nicht, was mit Susanna passiert war. Das Mädchen war am 22. Mai verschwunden, ihre Leiche wurde allerdings erst am Mittwoch gefunden.

Susannas Mutter fühlt sich vom Staat im Stich gelassen

Während dieser Zeit quälender Ungewissheit und wohl auch aufgrund ausbleibender Unterstützung, veröffentlichte Diana F. ein an Kanzlerin Angela Merkel gerichtetes Schreiben:   

Ich wende mich mit diesem Hilferuf an Sie, weil ich mich vom deutschen Staat sowie von unserem Freund und Helfer (Polzei) im Stich gelassen fühle!” (Hinweis: Alle Zitate im Original). So beginnt der Beitrag, den die Mutter am 1. Juni online stellte.

Diana F. fragte sich: “Wie kann es sein, dass die Polizei sich 5 Tage Zeit lässt und nichts tut und nur Dank unserer Rechtsanwältin endlich eine Handyortung sowie öffentliche Fandung veranlasst?”

Screenshot / Facebook
Der Facebook-Eintrag von Susanna F. Mutter Diana.

“Selber Schuld, dass es soweit gekommen ist”

Aber auch das Verhalten von RTL kritisierte die Mutter scharf. Der Kölner TV-Sender soll ein bereits abgedrehtes Interview immer wieder verschoben haben. Der Grund: “Die Geschichte wäre nicht akut genug!”, erklärte die Mutter. Wohlgemerkt: Susanna war zu dem Zeitpunkt bereits zehn Tage verschwunden. 

Diana F. klingt verbittert. Sie schreibt: “Die Welt ist schon grausam genug und dann verlässt man sich auf das Fernsehen und die Polizei und bekommt gesagt, dass man doch irgendwo selber Schuld sei, dass es soweit gekommen ist.”

Doch warum hat die Polizei erst viele Tage nach Verschwinden des Mädchens eine intensive Suche eingeleitet?

Klar ist: Wenn Jugendliche verschwinden, versucht die Polizei auch die privaten Hintergründe der Teenager in die Ermittlungen mit einfließen zu lassen, die 14-Jährige hatte etwa mehrfach die Schule geschwänzt.

Dazu machte es die Suche in dem schwer zugänglichen Gelände und das mit Reisig überdeckte Erdloch den Ermittlern auch mit Hubschrauber- und Hundeeinsatz sehr schwer, die Leiche zu finden.

Polizei konnte Hinweisgeberin nicht befragen – diese war im Urlaub

Bereits mehr als eine Woche vor dem Finden der Leiche schrieb aber eine Bekannte der Tochter eine Mitteilung an die Mutter, nach der Susanna tot sei und an einem Bahngleis liege.

Die Beamten konnten die Hinweisgeberin zunächst nicht befragen, weil sie im Urlaub war. Warum die Frau nicht im Urlaub befragt werden konnte, ist noch unklar.

Es bleibt auch die Frage offen, warum vom ersten Hinweis zu ihrem Tod bis zum Finden der Leiche mehr als eine Woche verging.

Mit Material von dpa.

(ks)