POLITIK
06/03/2018 12:36 CET | Aktualisiert 06/03/2018 16:24 CET

"Heute Journal": Slomka legt sich mit CSU-Frau Bär an – dann wird es hitzig

Irgendwann geht es um fliegende Taxis.

  • Dorothee Bär wird als Staatsministerin für Digitales in die deutsche Regierung einziehen 
  • Im “Heute Journal” soll die CSU-Politikerin ihren Plan für die Digitalisierung vorstellen – und wird von Marietta Slomka hart angegangen
  • Den Schlagabtausch der beiden seht ihr im Video oben

“Es gibt nichts Spannenderes als Digitalisierung”, freut sich Dorothee Bär gleich zu Beginn des Interviews. Und tatsächlich wird das Gespräch zwischen der CSU-Politikerin und der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka zu einem spannenden Schlagabtausch. 

► Bär, die in der neuen Bundesregierung Staatsministerin für Digitales werden soll, versuchte, ihre Pläne für die Digitalpolitik vorzustellen.

Journalistin Slomka war von diesen aber alles andere als überzeugt. Sie traktierte Bär mit unangenehmen Fragen – so lange, bis sie die Politikerin zu einer schrägen Aussage brachte.

Slomka: “Das kann Ihnen doch nicht egal sein”

Zuvor aber lobte Bär erst einmal ihre neue Rolle in der Regierung: die der parlamentarischen Staatssekretärin für Digitalisierung

Slomka wollte wissen, warum es nicht zur richtigen Ministerin gereicht hatte.

“Das ist für mich nicht das Entscheidende”, konterte Bär. Sie freue sich, dass sie das Thema Digitalisierung besetzen dürfe. “Solange es keine Digitalministerin gibt, solange gibt es eben eine Staatsministerin.”

“Das kann Ihnen doch nicht egal sein”, gab Slomka forsch zurück. Ein richtiges Ministerium habe doch viel mehr Mitarbeiter und Milliarden-Budgets zur Verfügung. 

Bär blieb nonchalant. “Es kommt nicht auf die Milliarden an”, sagte sie, “Einfluss gibt es auch ohne Milliarden.”

► Ein fragwürdiges Argument, denn die CSU-Politikerin argumentierte nur wenig später, dass die Digitalisierung in der letzten GroKo so schleppend vorangekommen sei, weil dem verantwortlichen Verkehrsministerium zunächst schlichtweg das Geld gefehlt habe

Trotzdem sagte Bär zu Slomka: “Ich freue mich auf meine Aufgabe, und diese Freude lasse ich mir auch von niemanden trüben – auch nicht von Ihnen.” 

Dorothee Bär, der Breitband-Ausbau und fliegende Taxis

“Geld und Macht würden aber nicht schaden”, gab Slomka zurück.

Doch Bär ließ sich nicht bedrängen. “Daran hakt es nicht in Deutschland”, beteuerte sie. Vielmehr müsse Digitalisierung in den Bundesministerien und in den Köpfen der Politiker erst einmal zum wichtigsten Thema werden. 

Das sei in der Politik doch schon seit Jahren so, entgegnete Slomka. Seit 2008 würde in Deutschland schon von der Notwendigkeit des Breitband-Ausbaus geredet – “da ist aber nicht so sehr viel geschehen.” 

“Digitalisierung ist doch aber nicht nur der Breitband-Ausbau”, begann Bär. Sofort ging Slomka dazwischen: “Aber der ist wichtig.” 

► Es ging hitzig weiter. “Mein Thema sind aber nicht die Straßen und die digitale Anbindung”, verteidigte sich Bär. Sie meinte damit wohl: Für die digitale Infrastruktur ist in Deutschland das Verkehrsministerium zuständig. 

Mehr zum Thema: Scheuer wird Verkehrsminister: Was Deutschland nun erwartet in 3 Tweets

Slomka ließ nicht locker, immer wieder betonte sie, wie miserabel die flächendeckende Internet-Verbindung in Deutschland ist. 

Damit brachte sie Bär aus dem Konzept. Auf einmal sage die CSU-Politikerin: “Es geht doch auch darum: Habe ich die Möglichkeit in Zukunft auch mit einem fliegenden Taxi durch die Gegend zu können?” 

Bär: “Sie diskutieren wieder nur über den Status quo” 

Als Paradebeispiel für ein wichtiges Thema der Digitalisierung taugte das Slomka aber nicht. Statt einem Flugtaxi wollte sie lieber “endlich mal Internet, dass schneller als 15 Megabit pro Sekunde läuft.” 

Das brachte Bär auf die Palme. “Sie diskutieren schon wieder nur über den Status quo”, feuerte sie Slomka entgegen. “Aber es geht doch auch darum, wo wir in fünf, zehn oder 15 Jahren digital sind.” 

Sie wolle Visionen aufzeigen und bei der Digitalisierung Weltmeister sein, sagte Bär. “Wir müssen da groß denken”, betonte die CSU-Politikerin. 

► Was das konkret bedeuten sollte, ließ sie offen – und auch Marietta Slomka fragte nicht mehr nach. Der Zuschauer blieb so ratlos zurück. Immerhin: Deutschland darf sich in Zukunft offenbar auf Flugtaxis freuen.  

(lp)