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30/11/2018 15:47 CET | Aktualisiert 30/11/2018 15:50 CET

Hessen: Frau darf Kind nicht adoptieren – obwohl sie die biologische Mutter ist

Die Eltern zahlten einer Leihmutter in der Ukraine einen fünfstelligen Geldbetrag.

Christopher Hopefitch via Getty Images
Das Kind hat die deutsche Staatsangehörigkeit (Symbolbild).
  • Eine Deutsche hatte einer Leihmutter in der Ukraine Eizellen gespendet.
  • Jetzt darf die Spenderin das Kind aber nicht adoptieren, da sie nach deutschem Gesetz nicht als richtige Mutter gilt.

Wenn ein Paar keine Kinder bekommen kann, ziehen viele eine Adoption in Erwägung. Ein verheiratetes Paar aus Deutschland allerdings wollte sein Kind von einer Leihmutter austragen lassen. Da das in Deutschland rechtlich nicht erlaubt ist, hatte hat sich das Paar für eine Leihmutter in der Ukraine entschieden – doch nun dürfen die “Wunscheltern” das Kind nicht adoptieren.

Das hat das Amtsgericht Frankfurt am Main am vergangenen Mittwoch entschieden – obwohl die “Wunschmutter” genetisch durch eine Eizellenspende an die Leihmutter die biologische Mutter des Kindes ist.

Nach deutschem Recht allerdings gilt die Leihmutter als Mutter des Kindes, wie das Gericht mitteilte.

Gericht prangert Bezahlung der Leihmutter an

Somit gilt die Eizellenspenderin nur als Stiefmutter, während ihr Mann wiederum als rechtlicher Vater zählt.

► Die Adoption des Kindes wurde für die “Wunschmutter” zurückgewiesen, obwohl die Leihmutter ihre Zustimmung gab.

Das Gericht begründete die Entscheidung auch damit, dass die Leihmutterschaft in Deutschland als “gesetzwidrige Vermittlung” zählt. Das Paar zahlte für das Austragen des Kindes einen fünfstelligen Geldbetrag an die Leihmutter.

Das Kind lebt schon bei der deutschen Wunschfamilie

Das Amtsgericht verglich diese Vorgehensweise mit Kinderhandel, denn so wäre es zu einem reinen Kaufobjekt der Wunscheltern geworden, die sich so sehr ein Kind wünschten.

► Eine Adoption sei zukünftig nur dann möglich, wenn es zum Wohle des Kindes erforderlich ist. Das wäre momentan jedoch nicht der Fall, da das Kind schon bei der Wunschfamilie lebe – und das in einem sicheren Umfeld.

Das Kind habe durch den Vater die deutsche Staatsangehörigkeit und somit auch den Familiennamen der Wunscheltern bekommen. Die Stiefmutter könne erneut einen Antrag stellen, wenn sich eine unvorhergesehene Situation ergeben sollte, die das Wohl des Kindes gefährdet.

Mit Material der dpa.

 

(ujo)