ENTERTAINMENT
18/06/2018 07:08 CEST

Helene Fischer spricht offen über die Schattenseiten ihres Erfolgs

"Ich habe gelernt, die Einsamkeit zu akzeptieren."

Isa Foltin via Getty Images
Helene Fischer mit ihrem Ehemann Florian Silbereisen
  • Sehr offen und ehrlich erzählt Schlager-Star Helene Fischer in einem Radio-Interview vom Druck in der Musikbranche.
  • Sie erklärt auch, wie sie mit der Anstrengung und der Einsamkeit auf Tournee umgeht. 

Bei ihr sitzt jedes Outfit, jeder Tanzschritt, jede Showeinlage: Vielen Schlagerfans gilt Sängerin Helene Fischer als die “Frau Perfekt”. Alles scheint der 33-Jährigen zu gelingen. 

Im Interview mit dem österreichischen Radiosender Ö3 hat Fischer nun aber ungewöhnlich offen über die dunklen Seiten des Musikgeschäfts gesprochen. 

Während die Auftritte für einen Star wie Fischer wie ein Rausch sein müssen, wartet danach nur ein Hotelzimmer auf die Sängerin.

► Dem Radiosender sagt sie dazu: “Diese Einsamkeit ist verrückt, weil man hat alles gegeben, die besten Stunden erlebt, da war ein Energieaustausch, den kann man gar nicht beschreiben.”

Wie Helene Fischer damit umgeht

Jeder müsse seine eigenen Wege finden, das zu verarbeiten, sagt Fischer. Sie erklärt: “Ich habe Rituale gefunden, Abschminken im Bad, manchmal höre ich auch Klassik, um meinen Kopf nicht zu sehr arbeiten zu lassen, weil da hat man ja auch einiges erlebt an diesen Abenden.” Mittlerweile habe sie gelernt, die Einsamkeit zu akzeptieren. 

► Doch die anstrengenden Tourneen hinterlassen auch Spuren bei Helene Fischer. Sie spricht das im Interview mit Ö3 ganz offen an.

Nach ihrer jüngsten Tour, die sieben Monate dauerte, sei sie heimgekommen und habe nicht mehr kochen können:

“Ich wusste nicht mehr, was ich zu meinen Pasta-Gerichten, die ich mir sonst immer koche, brauche. Oder eine Waschmaschine - ich habe die angeguckt und gedacht. ‚Ach, diese Funktion hat sie auch noch!’ Das ist verrückt.”

Um so wichtiger sei daher der Kontakt zu Freunden und Familien. Und natürlich zu ihrem Ehemann, Florian Silbereisen. 

Fischer spricht über Avicii

Helene Fischer spricht im Interview mit Ö3 auch über einen kürzlich verstorbenen Kollegen: DJ Avicii. Der Star hat sich mit 28 Jahren das Leben genommen. 

NurPhoto via Getty Images
Helene Fischer spricht auch über Avicii (hier bei einem Auftritt 2016).

Fischer sagt, vermutlich habe es niemanden gegeben im Umfeld des DJs, der ihn einmal gefragt habe: “Macht dir dein Job noch Spaß?” Sie fügt hinzu: “Wahrscheinlich waren da Manager, die ihn einfach gedrängt haben und das große Geld gesehen haben, die gesagt haben, komm, das ziehen wir jetzt noch durch.” 

Der Schlager-Star selbst betont im Gespräch mit Ö3, wie wichtig das Umfeld für sie ist, um die Kraft für ihre Shows zu haben. Sie gibt aber auch zu: ”Über mich wird oft gesagt, alles ist so perfekt und so toll. Natürlich ist nicht alles nur schön und einfach und easy.”

Aber sie könne eben auch nicht “auf die Bühne gehen und sagen: ‘Heute geht es mir beschissen.’ Das hat dort nichts zu suchen.”

Hinweis der Redaktion: Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

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