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05/09/2018 07:29 CEST | Aktualisiert 06/09/2018 13:12 CEST

Helene Fischer bricht live vor Zehntausenden ihr Schweigen zu Chemnitz

“Ich gebe nie politische Statements. Meine Sprache ist die Musik", sagte sie noch.

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Helene Fischer positioniert sich zum ersten Mal klar gegen Gewalt und Fremdenhass
  • Helene Fischer hat sich bei einem Konzert in Berlin in der Debatte um Chemnitz positioniert. 
  • Sie richtete einen emotionalen Appell an ihre Fans. 

Sie wurde oft dafür kritisiert. Nichts zur Flüchtlingskrise zu sagen. Nichts zur Einwanderungspolitik. Auch zur großen MeToo-Debatte blieb es bei einem Schweigen. Doch genau das bricht Helene Fischer jetzt.

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Sie äußert sich erstmals politisch und nutzt damit – so wie es viele von ihr erwarten – ihre Vorbildfunktion und die große Bühne. Vor allem jungen Leuten gegenüber, die in Scharen ihre Konzerte besuchen.

► HuffPost war live dabei, als die Sängerin bei dem ersten ihrer fünf Live-Auftritte in der Berliner Mercedes-Benz-Arena zum Appell ansetzt.

„Ich habe auf den sozialen Netzwerken ein kleines Statement abgegeben und ich hoffe von ganzem Herzen, dass wir heute Abend dieses Lied noch intensiver gemeinsam spüren.” Das Lied stehe für Freundschaft, für Toleranz und Zusammenhalt.

“Ich gebe nie politische Statements. Meine Sprache ist die Musik”, versucht sich Helene Fischer noch zu rechtfertigen. 

Helene Fischer: “Gegen Gewalt. Gegen Fremdenfeindlichkeit”

Weiter appelliert sie an ihre Fans: 

“Doch auch ich verfolge, was in der Welt passiert... Und deswegen heute Abend, jetzt und hier gemeinsam mit euch... Wir setzen auch ein Zeichen. Und ich möchte jetzt und hier, dass keiner mehr sitzen bleibt. Erhebt euch. Erhebt gemeinsam mit mir die Stimme. Gegen Gewalt. Gegen Fremdenfeindlichkeit. Und lasst uns gemeinsam dieses Lied singen. Wir brechen das Schweigen hier in Berlin. Seid ihr mit mir?”

Dann wirbelt der Schlager-Star über die Bühne und mobilisiert die Fans, den Hit “Wir brechen das Schweigen” mitzusingen. Was die nahezu ausverkaufte Halle mit 17.000 Menschen grölend macht. “Als Zeichen der Liebe”, brüllt Helene ihren Anhängern entgegen; findet das am Ende “großartig” und bedankt sich bei Berlin.

ullstein bild via Getty Images
Helene Fischer benutzt zum ersten Mal auch politisch ihre Bühne – bei ihrem Hauptstadtkonzert

Schon gegen Mittag machte Helene Fischer ihre Meinung erstmals publik

Die fünf Abschlusskonzerte ihrer “Helene Fischer Live”-Tour holt die Sängerin aus dem Februar nach, wo sie die Auftritte schweren Herzens absagen musste. Helene Fischer erkrankte damals an einer Atemwegsinfektion. 

“Mein Herz blutet”, schrieb die Sängerin Anfang des Jahres. Ein Konzert absagen zu müssen, sei für die “Vollblut-Musikerin der größte Schmerz”.

Umso erstaunlicher, dass Helene Fischer am Tag des ersten Berlin-Konzertes schon eine Ankündigung ihrer ersten politischen Äußerung bei Instagram postete. Dort hieß es gegen Mittag:

″(...) Lasst uns heute gemeinsam feiern, tanzen, lachen, Emotionen teilen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen. Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist – das sollte uns stolz machen.”

Musik sei ein Zeichen der Verbundenheit und immer sei es Liebe, die gewinne, schrieb Helene Fischer weiter. “Ich freue mich darauf, heute mit euch dieses Zeichen zu setzen!” Dahinter setzte sie die Hashtags ”#wirbrechendasschweigen, #wirsindmehr, #schreiteslaut, #liebe, #peace”.

►Mit dem zweiten Hashtag ist also klar: Helene Fischer geht es um Chemnitz. Die Stadt, in der es nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes zu rechten Ausschreitungen kam. Und in der am Montag 65.000 Menschen bei einem Gratis-Konzert “Wir sind mehr” ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzten. 

Mehr als 28.000 Menschen gefiel der Post der Sängerin, mehr als 600 Mal wurde er kommentiert. Viele Kritiker von Helene Fischer werden nun verstummen.