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27/06/2018 14:46 CEST | Aktualisiert 27/06/2018 14:50 CEST

Heftige Debatte: Jetzt fängt der Flüchtlingsstreit auch in der SPD an

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Michele Tantussi via Getty Images

► Der Asylstreit hat nun auch in der SPD für Unruhe gesorgt: Am Dienstag kam es bei einer Fraktionssitzung zu teils lautstarken Meinungsverschiedenheiten, wie das Nachrichtenportal “Focus Online” berichtet. 

► Der frühere Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sagte demnach: “Wir waren alle miteinander – auch ich – am Anfang etwas naiv, was die Flüchtlingsfrage angeht.” 

► Es sei das gute Recht der Bürger, die Kontrolle über die eigenen Staatsgrenzen einzufordern. Gabriel habe anschließend sogar mehrfach stehend “Take back control!” gerufen. Er wolle sich aber weder auf Merkels noch auf Seehofers Seite schlagen: “Beide haben recht.” 

Warum es bei der SPD-Fraktionssitzung so hitzig zuging:

Der bayerische SPD-Politiker Florian Post startete laut “Focus” die heftige Diskussion:  “Verständigen wir uns als SPD grundsätzlich darauf, dass unser Ziel weniger Flüchtlinge sind? Wann entwickeln wir endlich eine Position zu diesen Fragen, die mehrheitlich abgestimmt wird?“, sollen zwei seiner Fragen gewesen sein. 

Gabriel wandte ein, man könne nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Gleichzeitig betonte er, dass die Außengrenzen nicht sicher seien. Daher habe er schon in seiner Zeit als Parteivorsitzender dafür plädiert, gegen den Flüchtlingsstrom vorzugehen, sich aber nicht durchsetzen können. 

Parteichefin Andrea Nahles habe sich dem Bericht zufolge gegenüber Gabriel zu Spitzen verleitet gesehen: “Ich nehme dich jetzt noch einmal dran, unabhängig davon, ob das wichtig ist, was du sagst, oder nicht.“ Ihr Vor-Vorgänger habe darauf erwidert: “Ich lasse mir den Mund nicht verbieten.”

(mkl)