NACHRICHTEN
18/05/2018 11:02 CEST | Aktualisiert 19/05/2018 09:28 CEST

Hartz IV und Prada: Das ist die wohl dreisteste Arbeitslose Deutschlands

Zum Shoppen soll es regelmäßig nach Miami gegangen sein.

  • Suzana L. aus Hannover bezog jahrelang Hartz IV.
  • In Wirklichkeit führte sie jedoch ein Luxus-Leben.
  • Oben im Video seht ihr, was Hartz-IV-Empfänger zu sagen haben.

Eine Villa mit Pool, Shopping-Trips nach Miami und sündhaft teure Designerkleidung – so soll das Leben von Suzana L. aus Hannover ausgesehen haben. 

Und das, obwohl sie jahrelang vom Staat Hartz IV bezog – zu Unrecht. Denn auf ausländischen Konten soll die Frau über eine große Summe Geld verfügen. Die 41-Jährige ist die wohl dreisteste Arbeitslose Deutschlands.

Insgesamt bekam sie vom Staat 86.000 Euro

Wie “Bild” berichtet, kam ihr Doppelleben vor vier Jahren ans Tageslicht – bei einer Ermittlung gegen den Vater ihrer drei Kinder. Der Mann dealte offenbar mit Drogen und musste dafür hinter Gitter.

Bei der Durchsuchung des luxuriösen Anwesens soll den Beamten der Sozialbetrug der Suzana L. aufgefallen sein.

Mehr zum Thema: Student kauft regelmäßig bei Amazon und bezahlt nichts

Laut “Bild” habe sie offiziell angegeben, in dem Haus nur zur Miete zu wohnen und bedürftig zu sein. Insgesamt bekam sie deshalb vom Staat 86.000 Euro.

In Wirklichkeit soll sie Designerkleidung des Labels “Prada” getragen und einen amerikanischen SUV gefahren haben. 

Sie erfülle das “Klischee des Sozialbetrügers”

Für ihr betrügerisches Doppelleben musste sich L. am Donnerstag vor Gericht verantworten.

Wie “Bild” berichtet, bezeichnete die Staatsanwältin ihr Verhalten als “dreist und unverschämt”. Laut Amtsrichter Olaf Wöltje erfülle sie “das Klischee des Sozialbetrügers, der in Saus und Braus lebt“.

Mehr zum Thema: Hartz-IV-Betrug: Fast jeder Fünfte belügt den Staat – das geht uns alle an

Sie soll deshalb elf Monate Haft auf Bewährung und 350 Sozialstunden  auferlegt bekommen haben.

“Ist für einen Werktätigen neun Wochen Arbeit”, soll Wöltje argumentiert haben. 

Ihr Vermögen soll L. bereits ausgegeben haben. Ihr Anwalt sagte laut Bild-Bericht: “Sie steht vor den Trümmern ihrer Existenz”. Außerdem leide sie jetzt unter Burn-Out. 

Das Jobcenter beteuert gegenüber der Nachrichtenseite, der Fall sei eine Ausnahme: Bei 120 000 Leistungsbeziehern gebe es jährlich nur etwa 180 Betrugsfälle – allerdings nur mit Schäden von 100 bis 5000 Euro.

(tb)