POLITIK
10/02/2019 09:19 CET | Aktualisiert 10/02/2019 17:05 CET

Hartz IV: Immer mehr Jobcenter sorgen sich vor Übergriffen

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AFP Contributor via Getty Images
Hartz IV: Jobcenter-Mitarbeiter (Archivbild).

Drohungen, Beleidungen und Gewalt: Immer mehr Jobcenter und Arbeitsagenturen beauftragen Sicherheitsdienste zum eigenen Schutz, berichtet die “Bild am Sonntag” über eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

► In diesem Jahr habe jede dritte Behörde Sicherheitsprofis engagiert, das seien 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 

► “Der Umgang ist rauer geworden. Wir erleben eine Grundverrohung”, warnt Valerie Holsboer, Personalverantwortliche der Bundesagentur für Arbeit im Gespräch mit der “BamS”. “Unsere Kunden sind Menschen in schwierigen Lebenslagen, da liegen die Nerven eher blank.”

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Hartz IV: Was ihr zu Gewalt in Jobcentern noch wissen müsst: 

Angriffe von Hartz-IV-Beziehern oder anderen Kunden von Jobcentern sorgen immer wieder für Schlagzeilen, eine aktuelle öffentliche Studie gibt es dazu aber nicht.

Laut einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung aus dem Jahr 2011 war jeder vierte Mitarbeiter von Jobcentern schon einmal Opfer eines Übergriffs. Dafür wurden 2194 Beschäftigte aus bundesweit zwölf Arbeitsgemeinschaften im Zeitraum vom Januar 2008 bis Januar 2009 befragt. 

In der HuffPost berichtete eine Jobcenter-Mitarbeiterin im vergangenen Jahr anonym von ihren Erfahrungen. Ein Kunde habe eine Kollegin so stark bedrängt, dass ein Sicherheitsmitarbeiter ihn mit Gewalt aus dem Haus bringen musste. Sie sagte auch: “Dass Kunden ausrasten, passiert nicht oft, aber es kommt vor.”