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26/08/2018 11:45 CEST | Aktualisiert 29/08/2018 12:32 CEST

Hartz IV: Mutter wird Geld gestrichen – weil Amt durchs Fenster spionierte

"Das ist einfach unglaublich”, findet die Betroffene.

  • In Berlin hat das Jobcenter einer Alleinerziehenden die Gelder gestrichen.
  • Angeblich, weil Mitarbeiter des Amtes die Frau durch das falsche Fenster der Wohnung ausspionierten.
  • Im Video schildert die Betroffene ihre Lage.

Das Sat.1-“Frühstücksfernsehen” berichtet über einen dreist anmutenden Fall der Hartz-IV-Willkür.

Laut dem Bericht, den der Privatsender am Freitag bei Youtube veröffentlichte, sind der zweifachen alleinerziehenden Mutter Kim aus Berlin der Hartz-IV-Regelsatz und das Geld für ihre Miete gestrichen worden – insgesamt über 900 Euro monatlich.

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Der Grund: Das Amt in Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Auffassung, dass die junge Mutter gar nicht in der von ihr angegebenen Wohnung lebe. “Ihr gewöhnlicher und tatsächlicher Aufenthalt unter der Adresse” sei nicht festgestellt worden.

►  Wie kann das sein?

Schauten die Beamten durch das falsche Fenster?

Mutter Kim glaubt: Mitarbeiter des Amtes schauten durch das Küchenfenster der Wohnung. Dort sei nie jemand zu sehen gewesen. Sat.1 zeigt die Alleinerziehende in ihrer Wohnung.

► “Hier ist das Kinderzimmer. Wenn man sich hier aufhält, wer will dann von dort vorne durchs Fenster sehen, dass wir hier hinten sind? Das ist einfach unglaublich”, so die Betroffene.

Sie hat Widerspruch eingelegt – auch weil das Jobcenter behauptet, der Außendienst habe sie 31 Mal nicht angetroffen. “Dass das Jobcenter jetzt sagt, ich hätte bis jetzt keinen Antrag gestellt, ist einfach eine Lüge.”

Ohne das Geld ist Kim in finanzieller Not, berichtet der Sender. Sie glaubt an Schikane – und hat eine Vermutung, warum es sie getroffen hat.

“Ich glaube, es liegt daran, dass ich zu jedem Termin in der Leitungsabteilung immer jemanden mitnehme, um einfach einen Zeugen dabei zu haben.”

Sie vermutet, das Jobcenter habe gedacht, der Begleiter sei ihr Freund, mit dem sie zusammen wohne. “Und dann haben sie einfach eine Prüfung angefangen.”

(ujo)