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13/02/2019 09:22 CET

Hartz IV: Gastronom betrog jahrelang den Staat – so flog er auf

Seine Ehefrau und er erschlichen sich Hartz-IV-Leistungen von 53.000 Euro.

Ulf Wittrock via Getty Images
Hartz-IV-Betrüger verurteilt (Symbolbild).
  • Ein Münchner Gastronom und seine Ehefrau haben das Jobcenter um insgesamt 53.000 Euro betrogen.
  • Nun wurden sie verurteilt. 

Über Jahre hat ein Paar aus München sich Leistungen vom Jobcenter erschwindelt. Nun wurden die beiden verurteilt, über den Fall berichtet die Münchner “Abendzeitung”. 

Zwischen April 2012 und September 2016 bezogen der 43-jährige Betreiber eines Cafés und seine 37-jährige Ehefrau Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich Hartz IV genannt. Dabei gaben die beiden ihre Einkünfte aus ihrem Café nicht an. 

Durch eine anonyme Anzeige seien die Ermittler dem Paar auf die Spur gekommen, berichtet die “AZ”. Die Beamten überprüften daraufhin das Café und stellten fest, dass sich der Münchner und seine Ehefrau zusätzliches Geld vom Jobcenter erschlichen. Insgesamt geht es um eine Summe von 53.000 Euro

Strafe für Hartz-IV-Betrug

Die Angeklagten wurden wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sieben Fällen schuldig gesprochen und zu einem Jahr und acht Monaten Gesamtfreiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. 

Der Fall in München ist bemerkenswert. Offenbar konnte das Paar die Behörden über Jahre hinweg täuschen.

Wie häufig Hartz-IV-Betrug – darüber wird immer wieder heftig gestritten. Oft zitiert wird dabei der Duisburger Sozialanwalt Wolfgang Conradis. Er sagte vergangenes Jahr im Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung”: 

“Es gibt nach meinem Gefühl eine Minderheit, vielleicht zehn bis 20 Prozent meiner Mandanten, die versuchen, es sich einigermaßen bequem in dem System zu machen, oder sie verdienen sich schwarz etwas dazu.”

2017 ermittelten die Jobcenter rund 150.000 Straf- und Bußgeldverfahren wegen Hartz-IV-Betrugs. In mehr als 80.000 Fällen wurden Mehreinnahmen verschwiegen. 

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