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14/12/2018 11:00 CET | Aktualisiert 14/12/2018 14:23 CET

Hartz IV: Deshalb findet es Experte gut, Hartz-IV-Empfänger zu bestrafen

“Man schubst Leute ein stückweit über die Kante.”

RTL
Heinrich Alt, Ex-Arbeitsagentur-Vorstand, war zu Gast bei "Stern TV".
  • Der Ex-Arbeitsagentur-Vorstand Heinrich Alt war bei “Stern TV” zu Gast.
  • Dort erklärte er, wieso er sich die Fortführung des Sanktionssystems wünscht.

Hartz IV abschaffen oder nicht? Das ist die Frage, die derzeit viele Politiker beschäftigt. Teile der SPD oder der Grünen wollen das Hartz-IV-System durch eine neue Grundsicherung ersetzen und Kürzungen abschaffen – doch es gibt auch Kritiker.

Hartz-IV-Experte findet Sanktionen richtig

Einer davon ist Ex-Arbeitsagentur-Vorstand Heinrich Alt. Er war Mittwochabend zu Gast bei “Stern TV” und sprach sich für eine Fortsetzung des Sanktionssystems aus.

“Die Sanktionen halte ich für richtig, denn wer einen Regelverstoß begeht, muss auch die Konsequenzen tragen”, sagte der Arbeitsmarktexperte.

Im Januar verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Zulässigkeit von Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger.

Heinrich Alt ist der Meinung, dass es auch danach noch Abzüge geben wird:

“Ich gehe davon aus, dass die Sanktionen generell erhalten bleiben. Ob in dieser Form – darüber kann man diskutieren.”

Hartz-IV-Experte: “Man schubst Leute ein Stück weit über die Kante”

Steffen Hallaschka gab zu bedenken, dass Hartz-IV-Empfänger mit Sanktionen nicht mal mehr das Existenzminimum erhielten, sondern komplett vor dem sozialen Aus stünden.

Und auch Heinrich Alt gab zu: “Man schubst Leute ein Stück weit über die Kante.”

Dennoch finde er das System nicht per se schlecht, wie er sagte. Wo der Hartz-IV-Experte aber Überarbeitungsbedarf sehe, sei die Anrechnung von weiteren Einkünften auf Hartz-IV-Zahlungen – zum Beispiel Kindergeld.

“Man diskutiert derzeit über eine Grundsicherung für Kinder. Ich finde, es wäre der weitgehende Ansatz, zu sagen: Jedes Kind bekommt, wenn es bedürftig ist, einen festgelegten Regelsatz einschließlich Kindergeld, damit man von dieser Anrechnerei wegkommt. Denn die ist für viele Menschen unverständlich.

Auch die Einkommensanrechnung sieht Alt kritisch: „Man muss darüber sprechen, ob die Einkommensanrechnung so, wie sie jetzt ist, fair ist, oder ob man nicht mehr von dem, was man verdient, behalten können sollte. Denn entgegen aller Vorurteile sind Hartz-IV-Empfänger fleißige Menschen.“

(ak)