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12/12/2018 15:41 CET | Aktualisiert 13/12/2018 09:01 CET

Hartz-IV-Empfänger lehnt jede Unterkunft ab und stellt dann unverschämte Forderung bei RTL2

"Armes Deutschland"-Teilnehmer: “Wenn ich nicht arbeitslos wäre, hätten die keine Arbeit.”

  • Ein Hartz-IV-Paar musste bereits mehrmals umziehen.
  • Obwohl der Staat jede Wohnung bezahlt, kann keine Unterkunft den hohen Ansprüchen des Paares gerecht werden.
  • Im Video oben erklären Hartz-IV-Empfänger in einer Debatte um das Arbeitslosengeld, warum sie nicht arbeiten. 

RTL2 hat es wieder geschafft, einen ganz besonderen Hartz-IV-Fall für die Sendung herauszusuchen. Isabella und Dennis aus Köln leben bereits seit zehn Jahren von Hartz IV. Arbeiten wollten die beiden noch nie wirklich: Dennis hat bereits zwei Ausbildungen abgebrochen und Isabella machte die Schule, die sie auf einen Beruf vorbereiten sollte, nicht fertig.

Zur Zeit der Dreharbeiten wohnen die beiden bereits in der vierten Notunterkunft – denn so oft hat das Paar seinen provisorischen Wohnort schon gewechselt. Doch keine Unterkunft konnte den hohen Ansprüchen der beiden gerecht werden.

RTLII
Hartz-IV-Empfänger Dennis hat keine Lust auf Arbeit.

Hartz-IV-Empfänger: “So eine Baracke habe ich nicht verdient”

Der Sender zeigt einen Rückblick auf zwei Wohnungen.

In einer fehlte im Bad offenbar die Dusche. Für Hartz-IV-Empfänger Dennis nicht annehmbar. Stattdessen hat er utopische Vorstellungen: “Ich vermisse im Bad keine Dusche, aber ein Whirlpool sollte schon drin sein.”

Auch die nächste Unterkunft kann nicht überzeugen, obwohl sie sogar einen Balkon hat. Vielmehr denkt Dennis, dass er mehr vom Staat verlangen dürfte:

So eine Baracke habe ich nicht verdient. Wohl eher ein schönes Haus mit Wintergarten und Angestellten. Sowas müsste der Staat schon für uns zahlen.”

Hartz-IV-Empfänger: “Wenn ich nicht arbeitslos wäre, hätten die keine Arbeit”

In der Notunterkunft, in dem das Paar zu den Dreharbeiten wohnt, meckert der Hartz-IV-Empfänger über die Größe der Wohnung.

“Da hat man im Knast mehr Platz. Und kriegt sogar noch Essen, wo man sich nicht drum kümmern muss. Hier kriegt man ja gar nichts.”

Dass der Staat in den vergangenen acht Jahren für die Unterbringung des Paares knapp 50.500 Euro bezahlt hat, ist dem Hartz-IV-Empfänger egal.

Er sagt: “Wenn ich nicht arbeitslos wäre, hätten die keine Arbeit.”

Nicht alle Hartz-IV-Empfänger sind so, wie es RTL2 darstellt

Damit zeigt RTL2 einen seltenen Extremfall. Denn nicht alle Hartz-IV-Empfänger sind so, wie es der Sender darstellt.

Jens Hueber*, ein ehemaliger Redakteur bei einer Fernseh-Produktionsfirma hat der HuffPost verraten, wie solche Fälle es überhaupt ins Fernsehen schaffen.

Er meint: “Natürlich geht man da auch nach Klischees, weil man nach ganz bestimmten Typen sucht.”

“Die Protagonisten sind keineswegs repräsentativ für alle Hartz-IV-Familien. Es handelt sich hier um extreme Fälle, die zudem noch mit bestimmten Stilmitteln überspitzt werden”, bestätigt auch Professor Bernad Batinic, Leiter des Instituts für Pädagogik und Psychologie an der Universität Linz, gegenüber HuffPost.

(kiru)