POLITIK
27/02/2018 07:24 CET | Aktualisiert 27/02/2018 12:46 CET

"Hart aber fair": Journalist reicht ein Beispiel, um SPD-Niedergang zu erklären

Auch die Union kam bei seinen Ausführungen nicht gut weg.

  • Bei “Hart aber fair” geht es am Montagabend um “Merkels neue Mannschaft”: die Ministerposten in der CDU
  • Doch “Spiegel”-Journalist Markus Feldenkirchen bringt auch die SPD zur Sprache – und gibt vernichtende Einblicke in den verkorksten Wahlkampf
  • Im Video oben seht ihr die Szene aus “Hart aber fair”

Es sagt viel über die Krise der SPD aus, dass sie in einer Sendung, die eigentlich ihre Konkurrenz von der CDU zum Thema hat, trotzdem die meiste Kritik einstecken muss. 

So geschehen am Montagabend in der ARD, bei “hart aber fair”. Thema der Sendung von Moderator Frank Plasberg war eigentlich Kanzlerin Angela Merkel und ihre Partei.

► Schließlich hatte die CDU nur Stunden zuvor eine neue Generalsekretärin gewählt und der großen Koalition zugestimmt.

Doch “Spiegel”-Journalist Markus Feldenkirchen will sich nicht nur mit der “Feierabendrevolution” (O-Ton) bei den Christdemokraten aufhalten – er geißelt auch die SPD. 

Feldenkirchen reicht dabei eine einzige Beobachtung, die er im Wahlkampf gemacht hatte, um den Niedergang der Sozialdemokraten zu erklären. 

Feldenkirchen: “Totale inhaltliche Entleerung”

Der “Spiegel”-Reporter setzt zu seiner Kritik an, nachdem die junge SPD-Politikerin Verena Hubertz sich darüber beschwert hatte, dass “die Leute, die sich da oben alles gemütlich und bequem gemacht haben”, in der Partei keinen Platz für den aufstrebenden Nachwuchs machen. 

► “Alles richtig”, wirft Feldenkirchen ein. “Aber ich glaube, das Wichtigste in der Krise der SPD ist noch nicht benannt.” 

Es folgt ein vernichtender Satz: “Es ist die totale inhaltliche Entleerung.” Was Feldenkirchen, der in den Monaten vor der Wahl exklusiv SPD-Kandidat Martin Schulz begleitete, damit konkret meint, ist die Annäherung der Sozialdemokraten an die Union

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Er verdeutlicht die katastrophalen Auswirkungen dieser politischen Angleichung anhand einer Szene aus dem SPD-Wahlkampf. 

Das “größte Problem” der SPD

“Der komischste und für die SPD traurigste Moment war der, wo ich mitbekam, dass im Wahlkampfteam auf einmal das Programm der Union auftauchte”, erzählt Feldenkirchen. 

Die Strategen der SPD hätten krampfhaft überlegt, ob sie in diesem irgendetwas finden, von dem sie sich abgrenzen könnten, “eine soziale Gemeinheit” oder etwas, “wogegen sich Stimmung machen lässt”. 

► Gefunden hätten sie nichts.

“Ich hätte da auch nichts finden können”, sagt Feldenkirchen. CDU und SPD hätten sich so weit angenähert, dass sie vor allem die Sozialdemokraten nicht mehr schaffen würden, Identität zu stiften

► “Und das ist das Verheerende”, schlussfolgert Feldenkirchen.

Posten könne man besser oder schlechter besetzen – “aber diese inhaltlose Ratlosigkeit, das ist das größte Problem.” 

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(ll)